Die ‘Zwei Korper des Konigs’ in den westsemitischen Kulturen

Ugarit, aramaische Konigreiche, Phonizien, Ammon, Moab, Israel und Juda

by Dagmar Kuhn

Book cover: Die ‘Zwei Korper des Konigs’ in den westsemitischen Kulturen

Extent: 437 pages

Publisher: Zaphon

Subjects: Ancient Near East, Biblical Studies

Series: Kasion

Series volume number: 4

Language: German

Hardback (Published)

(December 2018)

ISBN: 9783963270529

6.65 x 9.41 inches

Price: $138.00

In stock

PDF (Published)

(December 2018)

ISBN: 9783963270536

Price: $138.00

Dagmar Kuhn examines the Ancient Near Eastern and the Old Testament concept of kingship with reference to the concept of “The king’s two bodies”, established by the historian Ernst H. Kantorowicz regarding the European Middle Ages. According to this concept the king had both a mortal body and an immortal body, joint inseparable in his person. It was developed in Elizabethan Tudor Period to conceptualize am immortal person of the king (body politic) unaffected by imperfection, weakness and death of the natural person of the king (body natural).


English summary: Dagmar Kuhn examines the Ancient Near Eastern and the Old Testament concept of kingship with reference to the concept of “The king’s two bodies”, established by the historian Ernst H. Kantorowicz regarding the European Middle Ages. According to this concept the king had both a mortal body and an immortal body, joint inseparable in his person. It was developed in Elizabethan Tudor Period to conceptualize am immortal person of the king (body politic) unaffected by imperfection, weakness and death of the natural person of the king (body natural). German description: Dagmar Kuhn untersucht das altorientalische und alttestamentliche Konigtum vor dem Hintergrund des Konzepts der “Zwei Korper des Konigs”, das der Historiker Ernst H. Kantorowicz fur das europaische Mittelalter erarbeitet hat, nach welchem der Konig einen sterblichen Korper und einen unsterblichen Korper besaa, die ungetrennt in seiner Person zusammenkamen. Die Juristen der elisabethanischen Tudor-Zeit entwickelten ihre Lehre uber die “The king’s two bodies”, um zu begrunden, dass die naturliche Person des Konigs (body natural) durch den unsterblichen Korper (body politic) von aller Unvollkommenheit und Schwache befreit wurde. Jede der erorterten westsemitischen Kulturen entwickelte eigene, bisweilen aber einander ahnliche Strategien zur Ausstattung des body politic mit Insignien und zur bildhaften Reprasentation des body politic sowie zu seiner Aufrechterhaltung in Krisenzeiten, insbesondere in der Bedrohung des body natural durch Krankheit, Gefahr und Tod. In Ugarit lassen sich Aspekte der Konigsideologie besonders in den Konigsepen Kirta und Aqhatu finden, in deren Helden Kirta, Dan?ilu und Aqhatu sich das Schicksal des ugaritischen Konigs widerspiegelt. Eine Parallelisierung der Gotter und der ugaritischen Konige zeigt sich im Schicksal Ba’als, der im Ba’als-Zyklus ein Konigtum begehrt, es erhalt und durch widrige Umstande wieder verliert. Auffallig ist die enge Bindung der Konige von Ugarit an die Gotter des Konigtums. Die Kontinuitat der Dynastie war vom Segen der Gotter abhangig, ebenso das Wohl des body natural. Das anschaulichste Beispiel der “Zwei Korper des Konigs” bei den Phoniziern stellt der Ahirom-Sarkophag aus Byblos dar. Wahrend im Sarkophag die Leiche des Konigs bestattet lag (body natural), symbolisierte die thronende effigies im Relief auf der Wanne, vor der ein Opfertisch mit Gaben abgebildet ist, den unsterblichen body politic, der Beopferung erwarten darf. In den Texten des Alten Testaments wird deutlich, dass den Verfassern die Aspekte der altorientalischen Konigsideologie bekannt waren und sie auch um die ewige (body politic) und menschliche (body natural) Komponente des Konigtums in der Person des Konigs wussten, die sie entsprechend in ihren theologischen Beurteilungen verwendeten. Vor allem die Psalmen und andere weisheitliche Texte haben das ideale Bild des Konigs (body politic) bewahrt, der nach seiner Inthronisation als Sohn Gottes galt und in seinem Amt als Gott bezeichnet werden konnte.

Erster Teil: Ernst H. Kantorowicz: "The King's Two Bodies" - "Die Zwei Korper des Konigs" I. Zu Person und Werk von Ernst H. Kantorowicz II. Die "Zwei Korper des Konigs" nach Ernst H. Kantorowicz 1. Das christozentrische bzw. theokratische Konigtum: der Konig als gemina persona 2. Das rechtsbezogene Konigtum: der Konig als Instrument der Gerechtigkeit 3. Konigtum und Staat: ein corpus politicum 4. Strategien zur Konstruktion eines unsterblichen body politic 5. humanitas III. Die Rezeption und Weiterentwicklung des Konzepts der "Zwei Korper des Konigs" im Anschluss an E. H. Kantorowicz Zweiter Teil: Die Rezeption der "Zwei Korper des Konigs" in der Erforschung der Kulturen des Alten Orients - ein Uberblick I. Die Rezeption der "Zwei Korper des Konigs" in der Agyptologie 1. Der konigliche Ka - der body politic des agyptischen Konigtums (Lanny Bell) 2. Reprasentation des koniglichen Ka in den Ka-Statuen 3. Die Erneuerung des koniglichen Ka im Rahmen des Opetfestes am Luxor-Tempel 4. Der konigliche Ka nach dem Tod des Pharao 5. Die pharaonische Konigsgrablege des Neuen Reiches im interdisziplinaren Vergleich (Rolf Gundlach) 6. Der "mystische Korper" des Pharao (Mario Liverani) II. Die Rezeption der "Zwei Korper des Konigs" in der Hethitologie 1. Hethitische Konigsideologie: der hethitische Staat - ein corpus politicum (Frank Starke) 2. Zur Kritik des Ansatzes von Frank Starke 3. Korrektur: Der hethitische Konig als Verkorperung des Wohlergehens des hethitischen Staates 4. Der Tod des Konigs: Die Herstellung einer effigies zur Aufrechterhaltung des Konigtums (Theo van den Hout) III. Die "Zwei Korper des Konigs" in Mesopotamien 1. Einfuhrung 2. Der Konig als Sondergeschopf 3. Der Konig als Abbild der Gotter 4. Die Investitur des Konigs 5. Der Konig im babylonischen akitu-Fest: die Erneuerung des body politic 6. Substitutionsrituale: Schutz des body politic 7. Der body politic des Konigs im ikonographischen Programm der mesopotamischen Herrscher (Irene Winter) 8. Der Konig als Verkorperung des Rechts IV. Qatna (Syrien): Ahnen als body politic des Konigtums (Herbert Niehr) V. Konsequenzen des forschungsgeschichtlichen Uberblicks fur das weitere Vorgehen Dritter Teil: Die "Zwei Korper des Konigs" in den westsemitischen Kulturen I. Ugarit 1. Einfuhrung 2. Die "Zwei Korper des ugaritischen Konigs" und die Tragik der Sterblichkeit des Konigs 3. Der Konig und die Gotter 4. Der Konig und das ugaritische Konigtum: die Konstruktion der "Zwei Korper des Konigs" 5. Der Konig und das Recht 6. Die Bedeutung der dynastischen Ahnen fur den body politic 7. Zusammenfassung II. Aramaer 1. Einfuhrung 2. Sam'al (Yadiya) 3. Bit Bahhani 4. Hamath und Lua 5. Aram-Damaskus 6. Die Konigsspruche des aramaischen Ahiqar 7. Zusammenfassung III. Phonizier 1. Einfuhrung 2. Byblos 3. Sidon 4. Tyros 5. Zusammenfassung IV. Ammon und Moab 1. Ammon 2. Moab 3. Zusammenfassung V. Israel und Juda 1. Zur Quellenlage 2. Ikonographische und epigraphische Zeugnisse des body politic in der Spatbronzezeit und Eisenzeit Israels und Judas 3. Die "Zwei Korper des Konigs" in den Texten des Alten Testaments 4. Die Verleihung des Konigtums und die Ausstattung des doppelten Korpers 5. Erneuerung des body politic 6. Der Konig und der Kult 7. Kontinuitat des body natural: Dynastisches Konigtum 8. Der Tod des Konigs 9. Der doppelte Korper des alttestamentlichen Priesters 10. Der doppelte Korper des koniglichen Menschen 11. Zusammenfassung Schluss Abkurzungen Literaturverzeichnis Abbildungsverzeichnis Indices Abbildungen

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