Die Inschriften des Landkreises Passau I

Die ehemaligen Bezirksamter Passau und Wegscheid

by Ramona Epp

Book cover: Die Inschriften des Landkreises Passau I

Extent: 372 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Art & Art History, Medieval Studies

Series: Die Deutschen Inschriften

Series volume number: 80

Language: German

Hardback (Published)

(May 2011)

ISBN: 9783895007866

Price: $89.00

In stock

Der Band umfasst 185 Editionen der Inschriften des Landkreises Passau, die sich in den ehemaligen Bezirksamtern Passau und Wegscheid befinden. Erfasst sind alle Inschriften vom hohen Mittelalter bis zum Jahre 1650, von denen der Grossteil noch im Original erhalten ist. Der Band schliesst sich an die bereits erschienene Edition der Inschriften der Stadt Passau an. Das hier behandelte Gebiet grenzt sowohl im Norden als auch im Suden direkt an die Bischofsstadt an und umfasst einen Teil des ehemaligen Hochstiftes sowie einen Teil der ehemaligen Grafschaft Neuburg am Inn, aber auch angrenzende Abschnitte der bayerischen Landgerichte Vilshofen und Griesbach. Somit liefert die Edition ein breites Spektrum an verschiedensten, mehr oder weniger von der Stadt beeinflussten Bereichen. Neben Denkmalern fur im Hochstift tatige Amtstrager des Bischofs finden sich Marktrichter von Untergriesbach und Obernzell oder Verwaltungsbeamte der Grafschaft Neuburg am Inn. Eine ganze Reihe an Grabmalern stammt von lokalen Adelsfamilien. Sie wahlten die ihren Sitzen nahegelegenen Pfarrkirche zu ihren Grablegen und liessen oftmals ihre Denkmaler in Passauer Werkstatten fertigen. Ebenso ist der Klerus in den Inschriften vertreten: neben der Pfarrgeistlichkeit treten besonders die Abtsgrabmaler in den Klostern Furstenzell und Vornbach am Inn hervor. Die Abteien bergen daruber hinaus auch bemerkenswerte Monumente ihrer Stifter, namentlich der Grafen von Vornbach. Einen grossen Teil des vorliegenden Katalogs nimmt der Inschriftenzyklus im Schloss Obernzell ein. Bischof Urban von Trenbach hat zu Beginn der achtziger Jahre des 16. Jahrhunderts den Festsaal mit einem umfangreichen Papstewappenfries – beginnend beim Heiligen Petrus bis hin zu Papst Clemens VIII. – und einem Zyklus lateinischer Sinnspruche, der sich in der ehemaligen Kapelle fortsetzte, mit Lebensweisheiten und diversen Zitaten – darunter auch solche in griechisch, altsyrisch und (pseudo-)hebraisch – ausstatten lassen.

  • By (author) Ramona Epp

"Review - German ""Ein Dromedar an der Donau?Ramona Epp-Baltolu hat alte Inschriften im Landkreis Passau untersucht und Erklarungen fur manches Ratsel gefunden. Man begegnet ihnen uberall: auf Grabmalern und Gedenksteinen, auf Glocken und Glasgemalden, im Gebalk und auf Gesimsen. Die Texte und Darstellungen sollen die nachfolgenden Generationen daruber aufklaren, was es mit dem Objekt auf sich hat. Oft erklaren sich solche Inschriften von selbst. Viel haufiger jedoch haben Zeit und Wetter, der Wandel der Werte, der Gepflogenheiten und auch des Wissens ihre Botschaften bis zur Unkenntlichkeit verwischt. Dann bleibt die Inschrift stumm. Bis sich Wissenschaftler ihrer annehmen und ihr die zu Geheimnissen gewordenen Botschaften wieder entlocken.Die Bayerische und die Osterreichische Akademie der Wissenschaften hat sich die deutschen Inschriften vorgenommen - ein Mammutprojekt, das soeben in die 80. Etappe gegangen ist. Nach der Stadt Passau 2006 war nun der Landkreis Passau an der Reihe, wie der Vorsitzende der Inschriften-Kommission, Walter Koch, erlauterte. Dieses Projekt lobte Helmut Bohm, der Vorsitzende des Vereins fur Ostbairische Heimatforschung: ""Nur wer seine Heimat mit ihren Leistungen und ihrer Geschichte kennt, wird sie lieben und Motivation fur Engagement erhalten."" Fur den ersten von zwei Banden hat Ramona Epp-Baltolu die Inschriften der ehemaligen Bezirksamter Passau und Wegscheid bis 1650 ausfindig gemacht, studiert und fur heutige Leser ""ubersetzt"". Wie aufschlussreich und verbluffend das sein kann, demonstrierte sie bei der Prasentation des Buchs im Schloss Obernzell.Der Besucher des Rittersaals mag zunachst dessen Schlichtheit registrieren. Dann aber durfte er schmunzeln uber ein Dromedar, das sich just uber dem Kamin gelagert hat. Eine Vorliebe des Kunstlers fur ferne Lander? Dieser Gedanke konnte gestutzt werden, wenn der Besucher die Umschrift in Turstockhohe studiert und dort zwischen viel Latein auch auf griechische, hebraische und altsyrische Satze stosst. Ramona Epp aber weiss es besser. Sie hat herausgefunden, dass die 54 Felder der Umschrift nachdenkenswerte und mahnende Gedanken enthalten - wobei der Verfasser munter bei verschiedensten antiken und christlichen Autoren geklaut hat, deren Ideen er dann selbst aneinander reihte. Plagiate waren also auch schon 1583, als der Saal ausgestaltet wurde, ein Thema. Die zwei Texte uber dem Dromedar hingegen sind in Altspanisch und stammen von dem spanischen Humanisten Juan Luis Vives.In Auftrag gegeben hat die Gestaltung des Saals Bischof Urban von Trenbach, der das im 15. Jahrhundert erbaute Schloss renovieren liess. So erklaren sich auch dem Laien die Weisheiten und der daruber verlaufende Fries der Bischofswappen. Doch das beladene Dromedar? Die Forscherin erkennt darin eine subtile und doch deutliche Mahnung des Bischofs an sein Domkapitel. Denn wahrend Bischof Trenbach die katholischen Reformbestrebungen befurwortete, die stark von den spanischen Konigen getragen wurde, schlug ihm aus dem Kreis seines Kapitels heftiger Widerstand entgegen. Und so erinnerte der Bischof an die Eigenschaft von Kamelen und Dromedaren, die kniend beladen werden und von selber aufstehen, wenn die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht ist. Er warnt mit der Inschrift und dem Bild sein Domkapitel: ""Ich dulde nicht mehr, als ich kann"" (Non svefro mas de lo qve pvedo).Epps Inschriften-Buch kommt gerade zur rechten Zeit. Denn der Grosslandkreis Passau will sein 40. Jubilaum im kommenden Jahr mit einem besonderen Blick auf die Geschichte der 38 Landkreisgemeinden und ihrer rund 188 000 Einwohner feiern, wie Landrat Franz Meyer erlauterte. Die wissenschaftliche Arbeit von Ramona Epp war dabei nicht die erste - Anfang November war im Kloster Asbach das Ortsnamenbuch von Josef Egginger vorgestellt worden -, und sie soll auch nicht die letzte bleiben, versprach Meyer.""Petra GrondIn: Passauer Neue Presse, 5. Dezember 2011http://www.pnp.de/nachrichten/heute_in_ihrer_tageszeitun