Der Recke im Tigerfell

Schota Rusthaweli. Ein altgeorgisches Poem. Deutsche Nachdichtung von Hugo Huppert

Edited by Jost Gippert Edited by Manana Tandaschwili

Book cover: Der Recke im Tigerfell

Extent: 264 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Literary Studies, Medieval Studies

Language: German

Hardback (Published)

(December 2014)

ISBN: 9783954900459

6.69 x 9.45 inches

Price: $47.00

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Shota Rustaveli’s „Knight in the Tiger’s Skin“ is regarded as the national epic of the Georgians. As a work of the early 13th century, it connects in an impressive way ideas of Christian Orthodoxy with elements of ancient Greek philosophy and the Islamic culture of Persia. The German adaptation of 1955 by Hugo Huppert, reprinted in the present edition, attempts to render the style and content of the epic as closely as possible. The volume is decorated with 54 illuminations from the 17th-18th century manuscript S-5006 of the National Centre for Manuscripts, Tbilisi, which exhibit strong influences of Persian models in their filigreed design.<br/>


Shota Rustawelis “Recke im Tigerfell”, weithin als das Nationalepos Georgiens anerkannt und seit 2013 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen, ist ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Werk. Am Ubergang vom 12. zum 13. Jahrhundert und damit etwa 800 Jahre nach Beginn der georgischen Schriftlichkeit entstanden, markiert es eine scharfe Abkehr weg von dem christlich-orthodox determinierten, im Wesentlichen theologisch ausgerichteten Schrifttum, das die altgeorgische Periode bis dahin pragte. Auch Shota Rustawelis Werk kann seinen christlichen Hintergrund nicht verleugnen; es ist jedoch zugleich durch andere Stromungen gekennzeichnet, die sich im damaligen Georgien begegneten: zum einen eine lebhafte Auseinandersetzung mit der antiken griechischen Philosophie, die vielfach als die “georgische Renaissance” bezeichnet worden ist, und zum anderen der allgegenwartige Einfluss persisch-islamischer Kultur, einschliesslich der durch Autoren wie Firdousi oder Nizami vertretenen Dichtkunst. Uber die Person Shota Rustawelis ist, der Bedeutung seines Werkes zum Trotz, erstaunlich wenig Sicheres bekannt. Man wird jedoch nicht weit fehlgehen, wenn man seine Lebenszeit auf etwa die Jahre 1172 bis 1216 ansetzt. Die letzten Jahre seines Lebens durfte der Dichter nicht in Georgien, sondern im Kreuzkloster in der Nahe von Jerusalem verbracht haben, das im 11. Jahrhundert von Georgiern erbaut worden war. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert hat es zahlreiche Versuche gegeben, Shota Rustawelis Versdichtung in andere Sprachen zu ubersetzen, darunter auch ins Deutsche. Welche Schwierigkeiten dies bereiten kann, zeigt sich bereits am Titel des Epos selbst, fur den Varianten wie “Der Mann im Tigerfell”, “Der Mann im Pantherfell”, “Der Held im Pantherfell”, “Der Ritter im Tigerfell”, “Der Recke im Tigerfell” oder auch einfach “Das Pantherfell” existieren. Problematischer als der Titel des Werks durfte fur jeden Ubersetzer die metrische Gestalt von Rustawelis Versdichtung sein. Samtliche Strophen des Epos sind in einem Vierzeiler mit identischem Reimausgang gehalten, bei dem jede Verszeile sechzehn Silben umfasst und zusatzlich durch eine Zasur in der Mitte gekennzeichnet ist. Lediglich die hier neu herausgegebene Nachdichtung des osterreichischen Autors Hugo Huppert (1902-1982) aus dem Jahre 1955 versucht, diese Versform soweit wie moglich nachzuahmen, was ihr einen besonderen Rang verleiht. Illustriert ist die vorliegende Ausgabe durch 54 Miniaturen aus der Handschrift S-5006 des Handschriftenzentrums in Tbilisi, die etwa aus dem 17.-18. Jahrhundert stammen durften und die in ihrer filigranen Ausgestaltung klare Einflusse persischer Vorbilder zeigen.

  • Edited by Jost Gippert
  • Edited by Manana Tandaschwili

„Allein schon die bibliophile Ausgabe in die Hand zu nehmen, ist eine Freude – den Schuber bereits schmücken alte georgische, persisch-orientalisch anmutende Miniaturen. Das Buch selbst – ein Druck auf zart getöntem Papier – wartet mit zahlreichen weiteren filigran gestalteten Miniaturen auf, welche die im Epos geschilderten Ereignisse begleiten. (...) Es ist das Verdienst der Herausgeber und des Verlags, diesen literarischen Schatz erneut deutsch, ja endlich gesamtdeutsch zugänglich gemacht zu haben, mit bündigen Auskünften nach neuestem Wissensstand zu Schota Rusthaweli, zur Überlieferung des Poem-Textes über die Jahrhunderte – mündlich, mittels Handschriften, später in Druckform –, zu wechselnden Wertungen im Laufe der Zeit, zu den Miniaturen, zur Nachdichtung. Mit Angaben zu vielen Stellen des georgischen Originals.“<br/><br/>Kristiane Lichtenfeld<br/><br/>In: Bücherlese, Ein Magazin für Leserinnen und Leser, SR 2 KulturRadio, 20. Juli 2016, 19:15-20:00 Uhr.<br/>------------------------------------------<br/>„Das Buch zeichnet sich durch eine erfreulich bibliophile Gestaltung aus. Es ist sehr ansprechend auf gelblichem Papier gedruckt und enthält 56 farbige Miniaturen aus der Hs. H-599 des Handschriftenzentrums in Tiflis, die auf 1646 datiert ist. In der Einleitung beschäftigen sich die Herausgeber auch mit dem Stil dieser Miniaturen, die persisch beeinflußt sind. Mitgeliefert wird außerdem ein schöner<br/>farbiger Schuber mit zwei Miniaturen. Wer sich mit dem georgischen Nationalepos beschäftigen will, dem kann man diese Ausgabe ohne Einschränkungen empfehlen.“<br/><br/>Von Hubert Kaufhold<br/>In: Oriens Christianus Bd. 100 (2017)S. 271-274
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