Der Rahmen der Rechtsgewohnheiten

Kritik des Normensystemdenkens entwickelt am Rechtsbegriff der mittelalterlichen Rechtsgeschichte.

by Martin Pilch

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Extent: 600 pages

Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht

Subjects: Medieval Studies

Language: German

Hardback (Published)

(December 2008)

ISBN: 9783205782919

6.06 x 9.09 inches

Price: $81.00

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Rechtsgewohnheiten bilden nicht nur ein tragendes Element des ungelehrten Rechts im Mittelalter, sondern zugleich ein Beispiel fur eine gelungene Begriffsbildung in der Rechtsgeschichte. Die Arbeit von Martin Pilch beleuchtet den rechtstheoretischen Hintergrund fur mittelalterliche Rechtsbegriffe und zeigt im Besonderen die Problematik auf, die damit verbunden ist, Recht im Mittelalter wie in der Moderne als Normensystem beschreiben zu wollen.Nach einem einleitenden Abschnitt uber die moderne Auffassung des Rechtspositivismus vom Recht als System, Norm und System bedingter Normen wird im zweiten Abschnitt der grundlegend andersartigen Struktur des ungelehrten Rechts im Mittelalter nachgegangen, dessen weitgehend orale oder semiorale Existenzbedingungen die Anwendung moderner schriftrechtsbezogener Rechtsbegriffe zweifelhaft erscheinen lasst.Der dritte Abschnitt ist einer eingehenden Analyse des Rechtsbegriffs der jungeren deutschen Rechtsgeschichte am Beispiel dreier der wichtigsten Vertreter (Karl Kroeschell, Gerhard Dilcher, Jurgen Weitzel) gewidmet.Im abschliessenden vierten Abschnitt wird auf der Grundlage von Ideen zu einer Fundamentalkritik am Rechtspositivismus, die in Ronald Dworkins prozeduraler Rechtstheorie und Carl Schmitts Konkretem Ordnungsdenken gefunden werden konnen, in Grundzugen eine Rahmentheorie fur einen alternativen rechtstheoretischen Zugang zum mittelalterlichen Recht entwickelt und diese mit dem von Stefan Weinfurter in die Geschichtswissenschaft eingefuhrten Begriff der Ordnungskonfigurationen in Beziehung gesetzt.

  • By (author) Martin Pilch