Das Stadt- und Festungstor

Fortezza und sicurezza - semantische Aufrustung im 16. Jahrhundert

by Marion Hilliges

Book cover: Das Stadt- und Festungstor

Extent: 320 pages

Publisher: Dietrich Reimer Verlag

Subjects: Architecture

Series: Humboldt-Schriften zur Kunst- und Bildgeschichte

Language: German

Paperback (Out of print)

(September 2011)

ISBN: 9783786126546

Price: $49.00

Out of stock

Die umwalzenden Ereignisse im 15. Jahrhundert, die eng mit der veranderten Kriegsfuhrung zusammenhingen, haben sich mehr als bisher wahrgenommen auf die Architektursprache des 16. Jahrhunderts ausgewirkt. An ausgewahlten Torbauten, den neuralgischen Punkten moderner Festungsanlagen, wird die Herausbildung neuer architektonischer Ausdrucksformen exemplarisch dargestellt. Die neue, auf dem Einsatz der Kanone beruhende Kriegsfuhrung zog die Entwicklung eines modernen Verteidigungssystems nach sich, das sich nicht nur durch eine uberklare Geometrisierung (Sternmuster), sondern ebenso durch eine spezifische Bauornamentik auszeichnete. An Torbauten des 16. Jahrhunderts ist der Prozess der semantischen Aufrustung in besonderem Masse erkennbar, da sie als Eingang in die Stadt oder Festung in Friedenszeiten das Reprasentationsbedurfnis befriedigen und im Kriegsfall besonders gesichert werden mussten. In den Zeichnungen und Entwurfen Francesco di Giorgios, Leonardos, Antonio da Sangallos d. J. und Michelangelos ist der Prozess der Formfindung fur neue Festungs- und Torgrundrisse anschaulich nachvollziehbar. Fur die Torfassade wurden neue Motive ausgebildet, die ausdrucklich der Darstellung von Festigkeit verpflichtet waren. Durch die Verbreitung der italienischen Manier bis in den nordalpinen Raum konnte sich dieser im Festungsbau erprobte neue Militarstil als eine Art internationaler Stil etablieren, der schliesslich auch gezielt in der architettura civile eingesetzt wurde und die Architektursprache der Fruhen Neuzeit nachhaltig pragte.

  • By (author) Marion Hilliges

Die Erlauterungen der Verfasserin zeichnen sich durch prazise Sprache und eingehende Darstellungen mit Verweisen auf die bisherige Forschung aus. Ihre Arbeit ist ein weiterfuhrender Baustein fur kunftige Arbeiten zur Geschichte des Militarbauwesens.Im Zuge der Entwicklung neuer Befestigungssysteme fand eine "semantische Aufrustung" mit "Festigkeitssymbolen" statt, die in den zahlreich erhaltenen Torgestaltungen diesseits und jenseits der Alpen kulminierten. Dieses reichhaltige Material erschlossen und geordnet zu haben, ist das grosse Verdienst der vorliegenden Arbeit.So ist denn ein Standardwerk entstanden, aus dem kunftig nicht nur Studierende lernen konnen, sondern das sich auch bestens als Nachschlagekompendium eignet und fur einen Touristen zu Festungstoren des 16. Jahrhunderts - und das sind nun einmal die interessantesten - schon zu Hause eine Menge an Informationen bereithalt, die er vor Ort sicherlich niemals zu horen bekommt.