Das Land Nordrhein-Westfalen und der Contergan-Skandal
Gesundheitsaufsicht und Strafjustiz in den »langen sechziger Jahren«
By (author) Niklas Lenhard-Schramm
Hardback (Published)
(October 2016)
ISBN: 9783525301784
6.34 x 9.33 inches
Price: $125.00
In stock
Die Studie untersucht die Rolle des Landes Nordrhein-Westfalen in dem größten Medikamenten-Skandal der deutschen Geschichte.
Der Fall Contergan gilt als grosster Arzneimittel-Skandal der deutschen Geschichte. Das 1957 eingefuhrte Schlaf- und Beruhigungsmittel avancierte bis zum Fruhjahr 1960 zu einem der meistkonsumierten Arzneimittel in der Bundesrepublik. Der wirtschaftliche Erfolg war wesentlich bedingt durch eine aggressive Vermarktungsstrategie, die das Mittel als gefahrlos und vollig ungiftig bewarb. Der in Contergan enthaltene Arzneistoff Thalidomid konnte bei Erwachsenen aber schwerwiegende Nervenschaden auslosen und fuhrte bei Einnahme in den ersten Schwangerschaftswochen zu schwersten Wachstumsschadigungen beim Embryo. In der Bundesrepublik kamen zwischen 4.000 und 5.000 betroffene Kinder zur Welt. Als die fruchtschadigende Wirkung Ende November 1961 publik wurde, sah sich der Hersteller Grunenthal gezwungen, das Mittel vom Markt nehmen. Der Fall weitete sich zu einem erschutternden Skandal aus, der auch staatliche Instanzen mit einbezog. Eine zentrale Rolle spielte dabei das Land Nordrhein-Westfalen. Da die Aufsicht uber das Gesundheitswesen in den 1960er Jahren hauptsachlich den Bundeslandern oblag und der Hersteller in Stolberg bei Aachen sass, fiel das Praparat in die Zustandigkeit der nordrhein-westfalischen Landesbehorden. Zum anderen lag die strafrechtliche Verfolgung des Falles im Amtsbereich der nordrhein-westfalischen Justiz. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Arbeit die Rolle der staatlichen Arzneimittelaufsicht bis zur Marktrucknahme Contergans, die gesundheits- und sozialpolitischen Reaktionen des Landes und die strafrechtliche Aufklarung des Falles Contergan, die zu dem bis dahin umfangreichsten Strafrechtsverfahren der neueren deutschen Geschichte fuhrte.
- By (author) Niklas Lenhard-Schramm
Similar Books
Balthasar Caymox of Nuremberg
Early Modern German Print Publishers: Popular Prints of the Seventeenth Century
Constitutional Conflict as Judicial Civil Disobedience and Conscientious Objection
Reconceptualising National Constitutional Court Rulings in the European Union Legal Space
European Drama and Performance Studies
Dramatisations politiques. Théâtre, politique et idéologie au XIXe siècle (1806-1914)
Volume 27
Formulary apportionment in international tax law
An allocation method for the age of globalization and digitalization
Volume 210
Hofmann oder Vorkämpfer der „philosophes“?
Deutsche Voltaire-Bildnisse und -Imaginationen im Zeitalter der Aufklärung
Legal Unification through Case Law?
Supreme Courts and the Emergence of Uniform Law in the Modern Era
Volume 242
Linguistic and Cultural Dynamics in a Frontier Society
New Perspectives on Northeastern Bavaria and Western Bohemia in the Early Middle Ages
Volume 9
Modernization, Crises, Cultural Revolutions
Yugoslavia’s 1960s and 1970s through the amateur film lens
The Documentation of Historical Facts in Trial Judgments of the International Criminal Court
A Constitutional Theory of International Criminal Proceedings
Volume 66
Visual Memory and Oblivion
Monuments and Conflicts in Urban Spaces in Central and Eastern Europe from the Nineteenth Century to the Present Day
The Law of the International Civil Service
Institutional Law and Practice in International Organisations
“Aktenzeichen XY … ungelöst”, Facebook und Co.
Chancen und Risiken der Einbeziehung der Öffentlichkeit in das strafprozessuale Ermittlungsverfahren
Volume 476
“Tod durch Erschießen”
Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst. Wehrmachtsbefehlshaber in Norwegen 1940–1945. Erinnerungen – Verhörprotokolle – Urteilssprüche
Volume 63
“Zum Siege unserer menschenfreundlichen Prinzipien”
Ungarische Freimaurernetzwerke im „Orient“ 1886-1920
(Bloß) symbolische Rechtsetzung
Eine interdisziplinäre Untersuchung der deutschen Glücksspielregulierung auf ihre funktionelle und symbolische Wirkung
(Personen-)Gesellschaften im Erbschaftsteuerrecht
Vorgaben des Leistungsfähigkeitsprinzips für die Besteuerung. Zugleich eine kritische Auseinandersetzung mit § 2a ErbStG
