Den Jazz sowjetisch machen

Kulturelle Leitbilder, Musikmarkt und Distinktion zwischen 1953 und 1970

By (author) Michel Abeßer Series edited by Jörg Baberowski Series edited by Klaus Gestwa Series edited by Joachim von Puttkamer Series edited by Frithjof Benjamin Schenk

Book cover: Den Jazz sowjetisch machen

Extent: 532 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Cultural Studies, Music & Performing Arts, Slavic Studies

Language: German

Hardback (Published)

(November 2018)

ISBN: 9783412501150

6.3 x 9.33 inches

Price: $99.00

In stock

Die vorliegende Studie zeigt, dass dieser kulturelle Wandel vielmehr aus der Binnenlogik des sowjetischen Systems resultierte und die gesamte Gesellschaft einschloss. Auf dem sowjetischen Musikmarkt rang das Regime mit einer florierenden Schattenwirtschaft um kulturelle Hoheit und Horergunst. Dieser Aushandlungsprozess machte Dzaz als U-Musik zum erfolgreichen Angebot an die sowjetische Mittelklasse. Die zukunftige technische Elite wiederum machte Jazz als E-Musik unter dem Dach des Komsomol nicht durch ihre Musik, sondern durch die sozialen Praktiken seiner Inszenierung sowjetisch.


Seit Beginn des Kalten Krieges galt der Jazz in der Sowjetunion tendenziell als politisch subversiv. Sein Erfolg unter Jugendlichen nach 1953 wird als Resultat des Reizes westlicher Kultur verstanden, der die Sowjetunion nichts entgegenzusetzen hatte. Die vorliegende Studie zeigt, dass dieser kulturelle Wandel vielmehr aus der Binnenlogik des sowjetischen Systems resultierte und die gesamte Gesellschaft einschloss. Auf dem sowjetischen Musikmarkt rang das Regime mit einer florierenden Schattenwirtschaft um kulturelle Hoheit und Horergunst. Dieser Aushandlungsprozess machte Jazz als U-Musik zum erfolgreichen Angebot an die sowjetische Mittelklasse. Die zukunftige technische Elite wiederum machte Jazz als E-Musik unter dem Dach des Komsomol nicht durch ihre Musik, sondern durch die sozialen Praktiken seiner Inszenierung sowjetisch.

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