Protestantische Händlernetze im langen 18. Jahrhundert

Die deutschen Kaufmannsgruppierungen und ihre Korporationen in Venedig und Livorno von 1648 bis 1806

By (author) Magnus Ressel

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(July 2021)

ISBN: 9783525363294

6.34 x 9.09 inches

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Wie gelang es den deutschen Unternehmern in den wichtigsten norditalienischen Häfen des 18. Jahrhunderts, elastische Händlernetze auszubilden und eine bedeutende Rolle im globalen Handel zu übernehmen.


Die Korporation der deutschen Handler in Venedig, die “Nazione Alemana”, die seit dem Mittelalter im Fondaco dei Tedeschi residierte, galt traditionell als Symbol des geteilten Niedergangs Venedigs und der oberdeutschen Reichsstadte im 17. und 18. Jahrhundert. Im Zeitalter des Merkantilismus schien deren wirtschaftliche Rolle ausgespielt. Demgegenuber wird hier gezeigt, dass die deutschen und fast nur aus Reichsstadten stammenden Handler in Norditalien im 18. Jahrhundert eine ganzlich neue Aktivitat im globalen Handel entwickelten – nicht nur in Venedig, sondern auch in Livorno. Eine bedeutende Ursache hierfur war die Herausbildung eines “pietistischen Handlernetzes” in Venedig als einer Figuration deutscher Handler, die sich auch fur norddeutsche Kaufleute offnete und die Entwicklung von belastbaren Vertrauensbeziehungen im Fernhandel erleichterte. Das resultierende Zusammenspiel von reichsstadtischen Handlern in Livorno und Venedig ermoglichte deren Ausgreifen ins Globale.Die Arbeit wurde mit dem Max-Weber-Preis des Max-Weber-Kollegs fur kultur- und sozialwissenschaftliche Studien an der Universitat Erfurt sowie dem Premio Palazzo Barbarigo des Vereins der Freunde und Forderer des Deutschen Studienzentrums Venedig e.V.ausgezeichnet.

PD Dr. Magnus Ressel ist Historiker und seit 2020 Forschungsstipendiat der Gerda Henkel Stiftung. Von 2013 bis 2019 war er wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Frühe Neuzeit an der Universität Frankfurt am Main.

  • By (author) Magnus Ressel

Die Arbeit erfüllt mehrere Desiderate der Forschung. […] Darüber hinaus gelingt in Verknüpfung mit der Analyse des deutschen Handels in Oberitalien eine faszinierende Studie zu den Alpenpässen und den vier zentralen Alpentransitrouten in der Frühen Neuzeit (Gotthard, Bündner Pässe, Tiroler Pässe, Tauernroute) und ihrer infrastrukturellen Verbesserungen in Konkurrenz zu den maritimen Handelszügen. Der Reiz dieser Arbeit liegt v. a. in der Verknüpfung der Wirtschaftsgeschichte mit den Entwicklungen des europäischen Protestantismus, die großes Erkenntnispotential birgt abseits und in Abgrenzung von den umstrittenen Weberschen Thesen zum Verhältnis Wirtschaft / Protestantismus. Von einem hohen Reflektionsniveau zeugen überdies die methodischen Vorüberlegungen in der Einleitung.
Die Studie ist als bedeutende Forschungsleistung zu werten, die sich als Referenzwerk für künftige Forschungen auf dem Gebiet der frühneuzeitlichen Wirtschafts-, Sozial- und Konfessionsgeschichte etablieren wird.
Alexander Koller, Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 130 (2022)
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