Der andere Ökonom

Max Webers Spätwerk und die fiskalische Verfassung einer neuen deutschen Demokratie

By (author) Sebastian Huhnholz

Book cover: Der andere Ökonom

Extent: 777 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Philosophy, Social Sciences 

Language: German

Hardback (Published)

(September 2025)

ISBN: 9783428194155

6.18 x 9.17 inches

Price: $116.00

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Mitten im Ersten Weltkrieg begann Max Weber, fur eine Zentralisierung parlamentarisch kontrollierter Staatsfinanzen zu werben. Dafur halfen ihm tiefe Kenntnisse der im Wortsinn politischen Okonomie, schliesslich war Weber auch Finanzokonom und Fiskalsoziologe. Gegen neuen Raubbau und alten Reichtum, gegen sozialistische Revolution und preussische Reaktion stand er 1918/19 fur eine steuerstaatliche Bundes-Republik ein. Sein Aktivismus pragte alle Spatschriften, wie diese Neuinterpretation zeigt.


English summary: The Other Economist. Max Weber’s Late Work and the Fiscal Constitution of a New German Democracy: In the midst of the Great War, Max Weber began to campaign vigorously for the centralization of parliamentary control over state finances. His profound knowledge of political economics and fiscal sociology served him well in this endeavor. In 1918/19, he condemned both, new forms of exploitation and old wealth, socialist revolutionaries and the reactionary feudal powers, advocating instead for a tax-based republic. His activism shaped all of his late writings, as this reinterpretation shows. German description: Rasante Jahre liegen hinter ihm und der Welt, als Max Weber 1920 plotzlich stirbt. Im Krieg war er als politischer Publizist bekannt geworden, der sich liberaldemokratischen Staatsreformen verschrieb. Nach Kraften kampfte Weber dabei fur eine Zentralisierung parlamentarisch kontrollierter Staatsfinanzen – fur ein System, das spater als steuerstaatlicher Standard galt. Dafur halfen Webers tiefe Kenntnisse einer im Wortsinn politischen Okonomie. Denn wie die reichhaltige Literatur meist ubersieht: Weber war auch Finanzokonom und Politischer Fiskalsoziologe. Angesichts der Doppelgefahr von revolutionarem Sozialismus auf der einen und reaktionarer Feudalkraft des Hegemonialstaats Preussen auf der anderen Seite standen jedoch 1918/19 die Chancen fur eine steuerstaatliche Bundes-Republik schlecht. Umso radikaler stellte sich Weber gegen neuen Raubbau und alten Reichtum. Dieser Aktivismus farbte auf alle Spatschriften ab, wie diese fiskaldemokratische Neuinterpretation aufzeigt.

"Erster Teil Parlamentarismus, Kapitalismus, Fiskalismus - oder: Kriegsniederlage als steuerstaatliche Demokratisierungschance - Der andere Okonom. Politologische Rechtfertigung des Themas, Einwande und Methode - Panoramen und Probleme - die politisch-okonomische Lage Deutschlands in Max Webers letzten Jahren Zweiter Teil Begriffe, Bruche und Widerspruche - Was heisst bei Weber fiskalisch? - Kein parlamentarisches System im eigentlichen Sinne - die finanzverfasste Demokratisierungsblockade des Kaiserreichs - Die Rezeptionslucke der freiheitlichen Herrschaftsfinanzierung in der Weber-Forschung Dritter Teil ... schliesslich Herrschaft der Fuhrer des proletarischen Heeres: Kaiserreich - die fruhen Arbeiten Webers - Liberaldemokratische Systemtransformation gegen agrarierfreundliches Domanenreich - Donner der Weltgeschichte und Finanzreform um 1918 - Against the grain - Weber und das Zensuswahlrecht - Foderalismus, Finanzhierarchie und die Fuhrungsalternative - Kriegs- und Friedenssozialismus - Die Frage der okonomischen Burokratie - Charisma als demokratisches Korrektiv fiskalischer Herrschaft und politisierter Wirtschaft? Zur stillen Politischen Okonomie der spaten Herrschaftssoziologie - Exkurs: Politiker- und Parteienfinanzierung Vierter Teil Politische Weber-Rezeption zwischen Weimar und Bonn - Schlussbetrachtungen ", Erster Teil
Parlamentarismus, Kapitalismus, Fiskalismus - oder: Kriegsniederlage als steuerstaatliche Demokratisierungschance – Der andere Ökonom. Politologische Rechtfertigung des Themas, Einwände und Methode – Panoramen und Probleme – die politisch-ökonomische Lage Deutschlands in Max Webers letzten Jahren

Zweiter Teil
Begriffe, Brüche und Widersprüche - Was heißt bei Weber »fiskalisch«? – Kein »›parlamentarisches System‹ im eigentlichen Sinne« – die finanzverfasste Demokratisierungsblockade des Kaiserreichs – Die Rezeptionslücke der freiheitlichen Herrschaftsfinanzierung in der Weber-Forschung

Dritter Teil
»… schließlich Herrschaft der Führer des proletarischen Heeres: Kaiserreich« - die frühen Arbeiten Webers – Liberaldemokratische Systemtransformation gegen agrarierfreundliches Domänenreich – »Donner der Weltgeschichte« und Finanzreform um 1918 – Against the grain – Weber und das Zensuswahlrecht – Föderalismus, Finanzhierarchie und die Führungsalternative – Kriegs- und Friedenssozialismus – Die Frage der ökonomischen Bürokratie – Charisma als ›demokratisches‹ Korrektiv fiskalischer Herrschaft und politisierter Wirtschaft? Zur stillen Politischen Ökonomie der späten Herrschaftssoziologie – Exkurs: Politiker- und Parteienfinanzierung

Vierter Teil
Politische Weber-Rezeption zwischen Weimar und Bonn – Schlussbetrachtungen

Sebastian Huhnholz is a political theorist and historian of ideas. He studied social sciences at Humboldt University Berlin and earned his doctorate in political science at LMU Munich. His research focuses on theories and practices of democratic state financing. Huhnholz is a lecturer at LMU Munich, editor of www.theorieblog.de, and currently a visiting scholar at the Hamburg Institute for Social Research. From fall 2025 to September 2026, he will temporarily hold the professorship for political and legal theory at the Otto Suhr Institute of the Free University of Berlin.

  • By (author) Sebastian Huhnholz

»Sebastian Huhnholz hat mit seinem Buch einen Meilenstein gesetzt, und zwar gleichermaßen für die Weber-Exegese wie auch hinsichtlich der gesellschaftstheoretischen Implikationen des Weberschen Werkes, wenn es ›nach der Gesamtausgabe‹ richtig gelesen würde. Huhnholz zeigt eine profunde Kenntnis der historischen Verhältnisse und des Weberschen Werkes, das diese widerspiegelt, ebenso wie der Rezeptionsgeschichte zu Webers Lebzeiten bis in die Bonner Republik. Es trägt dazu bei, dem auf dem ersten Blick speziellen Themen der Steuern und der fiskalischen Organisation den Platz zu geben, den es verdient: nämlich als analytischen Kristallisationskern der Beziehungen zwischen Herrschaft und Wirtschaft. Das Buch als Beitrag zur Weber-Exegese zu deuten, griffe viel zu kurz: Es hat weitreichende Relevanz für die eine, heute noch unterentwickelte, integrative Theorie der Wirtschaft und Gesellschaft.« Prof. Dr. Carsten Herrmann-Pillath, in: socialnet Rezensionen online 26.06.2026
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