Suffixbildung im bernischen Namengut

Die Diminutiva auf -ti, -elti, -etli und die Kollektiva auf -ere

by Roland Hofer

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Extent: 296 pages

Publisher: Schwabe Verlagsgruppe AG

Subjects: Literary Studies

Language: German

Paperback (Published)

(September 2012)

ISBN: 9783796528507

Price: $61.00

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Ambeisslere, Brotlingere, Eielti, Hardopflere, Hosmere, Munggetli, Nuechtere, Schlusselti, Wurmere und Zanggere sind einige Beispiele von uber 1750 historischen und aktuellen Orts- und Flurnamen des deutschsprachigen Teils des Kantons Bern, die – verteilt auf uber 540 Lemmata – hier untersucht werden. Die vorliegende Publikation enthalt die leicht verbesserte und erganzte Version der Dissertation von Roland Hofer, die im Rahmen des Nationalfondsprojekts Ortsnamenbuch des Kantons Bern entstanden ist. Gegenstand seiner Untersuchung ist die Suffixbildung in bernischen Orts- und Flurnamen mit besonderer Berucksichtigung von morphologischen, namengrammatischen, namengeographischen und kontaktonomastischen Aspekten. Die Suffixbildung im schweizerischen Appellativ- und Namenmaterial ist sehr vielgestaltig, ja die Schweiz beherbergt diesbezuglich wohl die grosste Suffixvielfalt des ganzen deutschen Sprachraumes. Wahrend beispielsweise im Standarddeutschen Verkleinerungsformen mit -chen und -lein gebildet werden, verfugt das Schweizerdeutsche uber eine ungleich grossere Palette, Diminutiva abzuleiten. So gibt es neben dem ublichen und am weitesten verbreiteten Diminutivsuffix -(e)li (Matteli kleine Matte, Husli Hauschen) auch noch die Verkleinerungssuffixe -i (Opfi Apfelchen), -tschi (Huentschi Huhnchen), -ji (Lammji Lammchen), -si (Mundsi Kusschen), -schi (Hundschi Hundchen), -ti (Talti Talchen), -elti (Bruggelti Brucklein) und -etli (Alpetli kleine Alp). Im Gegensatz zum Standarddeutschen kennt das Schweizerdeutsche auch mehrere Moglichkeiten, ein Kollektiv von Gegenstanden durch Ableitung auszudrucken, namlich durch die Suffixe -ete (Gablete eine Gabel voll), -i, enstanden aus althochdeutsch -ahi (Hasli Ort mit vielen Haselstauden) und -ere, entstanden aus lateinisch -aria (Nesslere Stelle, wo viele Nesseln wachsen). Im ersten Teil des Buches wird der Fokus auf die praktisch nur im hochstalemannischen Raum, sprich im Wallis, im Berner Oberland, in der Zentralschweiz und in Graubunden vorkommenden Diminutivsuffixe -ti, -elti und -etli gerichtet. Anhand namengeographischer Analysen werden neue Ansatze zu ihrer Herkunft bzw. Entstehung entwickelt. Komplettiert wird diese Darstellung mit neuen Erkenntnissen zur Herleitung der typisch walserischen Diminutivsuffixe -ji, -si, -schi, -tsi und -tschi. Der zweite Teil des Buches befasst sich mit dem im bernischen Namengut zahlreich vertretenen Kollektivsuffix -ere. Bei naherer Analyse stellt sich heraus, dass bei weitem nicht alle Namen, die auf -ere enden, kollektive Funktion haben mussen, wie noch in der alteren Forschung oft angenommen wurde. Denn in dieser Endung sind verschiedene Formen bzw. Suffixe zusammengefallen: -ere kann Lehnsuffix aus lateinisch -aria, feminine Form von -er, Genitiv oder Dativ Plural von -er, sein. Neben dem Versuch, eine vernunftige Gliederung dieser verschiedenen -ere-Bildungen zu erreichen, werden hier grundsatzliche Uberlegungen zur Deutung von solchen Namen prasentiert und mit namengeographischen Karten gewisse Tendenzen in ihrer geographischen Ausbreitung erarbeitet.

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