Studien zu den ‘Formulae imperiales’
Urkundenkonzeption und Formulargebrauch in der Kanzlei Kaiser Ludwigs des Frommen (814-840)
by Sarah Patt
Die Regierungszeit Kaiser Ludwigs des Frommen (814-840), des Sohnes und Nachfolgers Karls des Groaen, gilt als Epoche der klassischen karolingischen Herrscherurkunde schlechthin. Zweifellos erreichen die Produkte der ludowicianischen Kanzlei – unlangst erstmals in kritischer Edition vorgelegt – in Bezug auf das Layout, aber auch mit Blick auf das Formular eine bis dahin nicht gekannte Konstanz. Dazu passt, dass uns neben den uber 400 Diplomen des Kaisers aus dem Umkreis der Kanzlei auch eine Formelsammlung uberliefert ist, die eine Zusammenstellung von Mustertexten fur Herrscherurkunden bietet. Diese Sammlung, die sogenannten Formulae imperiales’, steht im Zentrum der vorliegenden Studie. Analysiert wird das Verhaltnis der Formeltexte zum erhaltenen Urkundenkorpus, also der Gebrauch des in den Formulae imperiales’ gespiegelten Formulars in den konkret ausgestellten Diplomen. Dabei werden bisher offene Fragen zu Charakter, Funktion und Genese der Formulae imperiales’ zu losen versucht sowie Ruckschlusse auf die Arbeitsweise der Herrscherkanzlei gezogen. Zugleich wird nach den Konsequenzen fur unser Verstandnis von Urkundenpraxis und Schriftlichkeit im Umfeld Ludwigs des Frommen gefragt. Hier zeichnet sich eine veranderte Sicht auf manche uberkommene Vorstellung ab, die uber das engere Thema hinaus von grundsatzlicher Bedeutung fur die karolingische Kanzleipraxis ist. Ein umfangreicher Anhang dient der Dokumentation der im Zuge des Textvergleichs erzielten Ergebnisse.
Die Regierungszeit Kaiser Ludwigs des Frommen (814-840), des Sohnes und Nachfolgers Karls des Groaen, gilt als Epoche der klassischen karolingischen Herrscherurkunde schlechthin. Zweifellos erreichen die Produkte der ludowicianischen Kanzlei – unlangst erstmals in kritischer Edition vorgelegt – in Bezug auf das Layout, aber auch mit Blick auf das Formular eine bis dahin nicht gekannte Konstanz. Dazu passt, dass uns neben den uber 400 Diplomen des Kaisers aus dem Umkreis der Kanzlei auch eine Formelsammlung uberliefert ist, die eine Zusammenstellung von Mustertexten fur Herrscherurkunden bietet. Diese Sammlung, die sogenannten Formulae imperiales’, steht im Zentrum der vorliegenden Studie. Analysiert wird das Verhaltnis der Formeltexte zum erhaltenen Urkundenkorpus, also der Gebrauch des in den Formulae imperiales’ gespiegelten Formulars in den konkret ausgestellten Diplomen. Dabei werden bisher offene Fragen zu Charakter, Funktion und Genese der Formulae imperiales’ zu losen versucht sowie Ruckschlusse auf die Arbeitsweise der Herrscherkanzlei gezogen. Zugleich wird nach den Konsequenzen fur unser Verstandnis von Urkundenpraxis und Schriftlichkeit im Umfeld Ludwigs des Frommen gefragt. Hier zeichnet sich eine veranderte Sicht auf manche uberkommene Vorstellung ab, die uber das engere Thema hinaus von grundsatzlicher Bedeutung fur die karolingische Kanzleipraxis ist. Ein umfangreicher Anhang dient der Dokumentation der im Zuge des Textvergleichs erzielten Ergebnisse.
- By (author) Sarah Patt
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