‘sein Geist ist zu allem fahig’.
Der Maler, Sammler und Kunstkenner Johann Rudolf Huber (1668-1748)
by Manuel Kehrli
Hardback (Published)
(November 2010)
ISBN: 9783796527029
Price: $74.00
On back order
Die erste Monografie uber den bedeutendsten Portratmaler des Spatbarock im schweizerischen und suddeutschen Raum. Seinen Zeitgenossen war Johann Rudolf Huber (1668-1748) als Maler, Zeichner, Kunstkenner, Handler und Sammler im schweizerischen und suddeutschen Raum bestens bekannt. Sein umfangreiches Werk ist jedoch nur in geringem Mass offentlich geworden. Viele seiner grossartigsten Bilder befinden sich bis heute in Privatbesitz. Darin sind die Grunde zu suchen, weshalb Huber weitgehend in Vergessenheit geriet und nun auf seine Wiederentdeckung wartet. Johann Rudolf Huber liess sich in Basel und Bern zum Maler ausbilden und verbrachte anschliessend Wanderjahre in Italien. Er arbeitete in Venedig in der Werkstatt des Landschaftsmalers Cavaliere Tempesta und verfeinerte seine Kunst an der romischen Akademie bei Carlo Maratta. Nach seiner Ruckkehr liess er sich vorerst in Basel nieder, wo er mit dem badischen Markgrafen ins Geschaft kam, bis er schliesslich 1697 an den wurttembergischen Hof nach Stuttgart berufen wurde. 1700 kehrte er nach Basel zuruck, um zwei Jahre spater dem Ruf eines Freundes nach Bern zu folgen. Hier erfreute sich das Patriziat an seinen neuartigen, furstlichen und luftig-frischen Bildnissen. In seiner fruhen Berner Zeit begann er ein Werkregister zu fuhren, das fur sein OEuvre und daruber hinaus fur die Kunstgeschichte eine einzigartige Quelle darstellt. 1702 hielt er sich erneut im suddeutschen Raum auf, als er von Konig Joseph I. beauftragt wurde, diesen in Heidelberg nach dem Leben zu malen. Hubers schneller, praziser und dennoch lebendiger Pinselstrich uberzeugte seine Kundschaft, sei es im republikanischen Bern oder in den Kreisen des suddeutschen Hochadels vor dem Hintergrund des Spanischen Erbfolgekrieges. 1714 wurde er nach Baden im Aargau bestellt, um den Akt des Friedensschlusses zwischen Frankreich und dem Reich im Bild festzuhalten. Die Landschaftsmalerei pflegte Huber seit seinem Aufenthalt in Venedig weiter. Mit seinem Malerfreund Felix Meyer besuchte er 1705 den Grindelwaldgletscher, den er vor Ort in Ol skizzierte. Das genaue Abbild der Alpen war ein Thema, das ihn langer beschaftigte. Alpendarstellungen fugte er bereits ab 1704 als topgraphische Attribute in Bildnisse ein, was im Bildnis des Gelehrten Albrecht von Haller aus dem Jahr 1736 gipfelt. Johann Rudolf Huber braucht den Vergleich mit den grossen zeitgenossischen Bildnismalern in Paris nicht zu scheuen – kunstlerisch ist er ihnen ebenburtig -, doch nimmt er sich ungewohnte Freiheiten der Darstellung heraus. Er malt seine Kunden furstlich und freizugig zugleich. Ungekammt, mit halboffenen Gewandern, die Natur einbeziehend und materielle Auszeichnungen weglassend. Es erstaunt daher nicht, dass Huber mit dem Fruhaufklarer Carl Friedrich Drollinger und mit weiteren Basler Gelehrten wie Theodor Zwinger oder Johann Jakob Spreng engste Kontakte pflegte.
- By (author) Manuel Kehrli
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