Schreiben ins Exil
Briefe der Wiener JĂŒdin Ella Wenger 1938-1942
Edited by Jörg Zedler
Hardback (Published)
(February 2023)
ISBN: 9783412527129
6.3 x 9.25 inches
Price: $62.00
On back order
Die Nachrichten der rund 70-jahrigen Frau an ihre emigrierte Familie zeigen, wie das Leben der judischen Bevolkerung Wiens zunehmend abgeschnurt wurde; sie zeigen aber auch den Mut und die Lebensbejahung, mit der sich die Schreiberin gegen die immer hoffnungslosere Lage stemmt. Ihre Funktion als Drehscheibe von Auskunften, als Maklerin zwischen Emigrierten, denen, die auf dem Sprung waren, und jenen, die zuruckblieben, war mehr als familiare Fursorge – es war der Versuch, Reste der materiellen Lebensgrundlage zu retten, Informationen zu vermitteln, Beziehungen zu aktivieren und soziale Kontakte zu erhalten. Die Welt, die sie beschreibt, geht weit uber die Beziehung von Mutter und Tochter hinaus: Weil die Nationalsozialisten den Alltag politisierten, wurde das Alltagliche politisch. Familiare Fursorge und politisches Tun verschmolzen, mitunter bis zur Ununterscheidbarkeit.
Die hier als Edition vorgelegten Briefe Ella Wengers offenbaren praktisch alle Facetten, die das Leben judischer Burger:innen in Wien unter den Bedingungen des Nationalsozialismus in den Jahren zwischen Anschluss (1938) und dem Beginn der ‘Endlosung’ 1942 ausgemacht haben: Ausgrenzung und Drangsalierung, Diskriminierung und Entrechtung, den Verlust von Arbeit, Eigentum und Wohnung, das Zusammendrangen auf immer weniger Wohnraum, Verzweiflung und Suizid, schliesslich die Deportationen; aber auch die Bemuhungen um Selbstbehauptung und Flucht.Die Nachrichten der rund 70-jahrigen Frau an ihre emigrierte Familie zeigen, wie das Leben der judischen Bevolkerung Wiens zunehmend abgeschnurt wurde; sie zeigen aber auch den Mut und die Lebensbejahung, mit der sich die Schreiberin gegen die immer hoffnungslosere Lage stemmt. Ihre Funktion als Drehscheibe von Auskunften, als Maklerin zwischen Emigrierten, denen, die auf dem Sprung waren, und jenen, die zuruckblieben, war mehr als familiare Fursorge – es war der Versuch, Reste der materiellen Lebensgrundlage zu retten, Informationen zu vermitteln, Beziehungen zu aktivieren und soziale Kontakte zu erhalten. Die Welt, die sie beschreibt, geht weit uber die Beziehung von Mutter und Tochter hinaus: Weil die Nationalsozialisten den Alltag politisierten, wurde das Alltagliche politisch. Familiare Fursorge und politisches Tun verschmolzen, mitunter bis zur Ununterscheidbarkeit.
- Edited by Jörg Zedler
Similar Books
Extracanonical Traditions and the Holy Land
Texts, Rituals, and Material Culture in Late Antique Palestine
The Therapeutae as the Best Paradigm for the Contemplative Life
A Contextual Reading of Philo of Alexandria's De Vita Contemplativa
Tradition, Interpretation, and Change
Developments in the Liturgy of Medieval and Early Modern Ashkenaz
JĂŒdische Musikerziehung im PreuĂen des 19. Jahrhunderts
Gesangunterricht an jĂŒdischen Reformschulen als Facette bĂŒrgerlicher Akkulturation
Volume 21
Katechetischer Text, oder Unterricht vom christlichen Lehrbegrif fĂŒr Unstudirte
2 Auflagen: 1765â1772. Bibliothek der Neologie. Kritische Ausgabe in zehn BĂ€nden. Band X
A Companion to Political Leadership in Central and Eastern Europe after 1990
Democratization â Political Parties â Elections
Volume 3
