Prudentius’ Contra Symmachum, Vergil und Rom

Ein historisch-philologischer Beitrag zur Auseinandersetzung zwischen Christen und Heiden am Ende des 4. Jh. n. Chr.

By (author) Thea Kraus

Book cover: Prudentius’ Contra Symmachum, Vergil und Rom

Extent: 395 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Classical Studies, Literary Studies, Religious Studies

Language: German

Hardback (Published)

(July 2022)

ISBN: 9783752006308

6.69 x 9.45 inches

Price: $165.00

In stock

PDF (Published)

(July 2022)

ISBN: 9783752001556

Price: $138.00

Prudentius, der größte christliche Dichter der römischen Spätantike, veröffentlichte ca. 402 n. Chr. seine Libri Contra Symmachum mit der Ansage, „die Opferkulte der Heiden zerschlagen“ zu wollen. Gleichzeitig enthält das Streitgedicht auffällig viele Vergil-Reminiszenzen. Mit einem historisch-philologischen Ansatz und dem Fokus auf ein bislang in diesem Zusammenhang wenig beachtetes Werk möchte die Autorin einen neuen Beitrag zur auch kulturgeschichtlich bedeutsamen Forschungsdebatte um die Vergilrezeption bei Prudentius leisten. Sie liefert zugleich neue Argumente für einen konkreten Anlass der Abfassung von Contra Symmachum und einen längeren Bestand heidnischer Kulte in Rom als bislang angenommen.


Prudentius, der grosste christliche Dichter der romischen Spatantike, veroffentlichte ca. im Jahr 402 n. Chr. mit den Libri Contra Symmachum ein angriffslustiges Streitgedicht mit der Ansage, “die Opferkulte der Heiden zerschlagen” zu wollen. – Dabei lag die antiheidnische Gesetzesinitiative des Theodosius schon ein Jahrzehnt zuruck, aufgrund der man allenthalben vom Ende der Kulte spatestens in den fruhen 390er Jahren ausgeht. Im Werk setzt sich Prudentius neben einer prinzipiellen Abfertigung des heidnischen Pantheons mit der dritten Relatio des Q. Aurelius Symmachus auseinander, der fast 20 Jahre zuvor prominent vor dem Kaiser die Restituierung der heidnischen Staatskulte gefordert hatte. Das antiheidnische Gedicht enthalt zudem auffallig viele Vergil-Reminiszenzen, teilweise ganze Verse oder Halbverse des beruhmten heidnischen Dichters. Inwiefern diese, auch im Hinblick auf die Intention des Werks, instrumentalisiert worden sein konnten, inwieweit Werksgenese und Rezeptionsprozess von historischen Umstanden beeinflusst waren, ist Leitfrage der vorliegenden Arbeit.Mit einem ubergreifenden historisch-philologischen Ansatz und dem Fokus auf ein bislang in diesem Zusammenhang wenig beachtetes Werk mochte die Autorin einen neuen Beitrag zur auch kulturgeschichtlich bedeutsamen Forschungsdebatte um die Vergilrezeption bei Prudentius leisten. Sie liefert zugleich neue Argumente fur einen konkreten Anlass der Abfassung von Contra Symmachum und einen langeren Bestand heidnischer Kulte in Rom als bislang angenommen. Die Arbeit besteht aus zwei Hauptteilen, der theoretisch-historischen Untersuchung und der intertextuellen Analyse. Im ersten Teil werden neben vielen bekannten auch in dem Kontext noch nicht beachtete Quellen ausgewertet, wobei sich die Autorin immer wieder kritisch mit den Thesen Alan Camerons (“The last pagans of Rome”, 2011) auseinandersetzt, der nachhaltig fur den faktischen Tod der alten Kulte bereits in den 380er Jahren argumentiert hatte. Eine sich anschliessende Werksanalyse kommt zum Ergebnis, dass der Anlass , der sich in der Klage uber eine ominose “erneuerte Pest” (renovata luis) abzeichnet, wahrscheinlich mit der Abhaltung von Gladiatorenspielen in Rom und der Rolle der Vestalinnen in diesem Kontext zusammenhing. Im zweiten Teil zeigen die umfangreichen Interpretationen der Vergilreminiszenzen in Contra Symmachum, dass Prudentius die Vorlagen grundsatzlich antithetisch nutzt, um das in Vergil manifestierte literarische Fundament des Heidentums zu brechen. Mit Heidnisch-Vergilischem destruiert er Heidnisch-Vergilisches und erfullt auch intertextuell die angekundigte Absicht seiner Schrift.

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