Passive Sterbehilfe bei entscheidungsunfähigen Patienten und das Betreuungsrecht.
By (author) Johannes Heyers
(Paperback) (Published)
(January 2002)
ISBN: 9783428105618
6.18 x 9.17 inches
Price: $127.00
Out of stock
Der Autor untersucht ein wegen der raschen Fortschritte moderner medizinischer und pharmakologischer Möglichkeiten hochaktuelles und in der Öffentlichkeit wie der juristischen Fachwelt intensiv diskutiertes Problem: Unter welchen Voraussetzungen kann oder muss auf lebensnotwendige Maßnahmen bei entscheidungsunfähigen Patienten, die an einer irreversiblen und todbringenden Erkrankung leiden, verzichtet werden (passive Sterbehilfe), und wer trifft diese Entscheidung?
Der Verfasser stellt zunächst die Fallgruppen der Sterbehilfe und die rechtsdogmatischen Grundlagen dar. Besondere Bedeutung kommt dem Selbstbestimmungsrecht des Patienten zu, das diesem das Recht gibt, über den Einsatz vital indizierter Maßnahmen ohne Einfluß anderer nach eigenen Wünschen und Wertvorstellungen zu entscheiden, und das auch durch krankheitsbedingten Verlust der Entscheidungsfähigkeit nicht ausgeschlossen wird. Sodann wird erläutert, welche Möglichkeiten bestehen, den Willen des Patienten trotz seiner Entscheidungsunfähigkeit durchzusetzen. Seit Inkrafttreten und Novellierung des Betreuungsrechts (1992/99) werden diesbezüglich vor allem Patientenverfügungen, Versorgevollmachten und Betreuungsverfügungen bzw. die Bestellung eines Betreuers diskutiert. Johannes Heyers entwickelt detaillierte Voraussetzungen, unter denen Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten wirksam und verbindlich sind.
Anschließend wird erörtert, wer über den Einsatz lebenswichtiger Behandlungsmaßnahmen zu entscheiden hat, wenn der Patient für diesen Fall keine Vorsorge getroffen hat. Ob die Bestellung eines Betreuers möglich, erforderlich und sinnvoll ist, wird unter Einbeziehung denkbarer Alternativen (Willensbefolgung durch Arzt oder Ethik-Kommission) eingehend geprüft. Die Rechtspraxis erhält Hinweise, wie in Fällen von Zeitknappheit zu verfahren und wie der Aufgabenkreis eines Betreuers zu gestalten ist. Der Verf. zeigt, daß die Entscheidungsbefugnis eines Betreuers sachgerecht ist, entwickelt Entscheidungsmaßstäbe und legt umfassend dar, warum und wann diese Entscheidung in direkter bzw. analoger Anwendung des § 1904 Abs. 1 BGB vormundschaftsgerichtlich genehmigt werden muß.
- By (author) Johannes Heyers
»Sterbebegleitung in ihrer extensivsten Form, nämlich das Sitzen am Sterbebett, bis das Leben des Patienten erloschen ist, wird in aller Regel subalternen Pflegekräften oder der Stationsschwester sowie den nächsten Angehörigen überlassen. Dass praktizierende Ärzte ihre Schwierigkeiten mit der Begriffsdefinition von aktiver und passiver Sterbehilfe haben, steht außer Zweifel. [...] Selbst wenn man mit der juristischen Schlussfolgerung des Verfassers – der direkten oder analogen Anwendung vom § 1904 Abs. 1 BGB – nicht übereinstimmt, ist anzuerkennen, dass dem Autor ein großartiger wissenschaftlicher Wurf gelungen ist. Seine Veröffentlichung und deren Ergebnisse sollten vor allem von den Entscheidungsträgern in den Krankenanstalten aufmerksam zur Kenntnis genommen werden, damit diese ›rechtlich richtig‹ reagieren können, wenn sie gefordert sind.« G. H. S., in: Gynäkologische Praxis, 4/2002
—
Other Titles in this Series
Die Haftung des endgültigen Erben und des “Zwischenerben” bei Fortführung eines einzelkaufmännischen Unternehmens.
Volume 129
Der Regreß des Ehemannes nach der außerehelichen Zeugung eines zeitweilig ehelichen Kindes.
Volume 164
Die Unterscheidung von Innen- und Außengesellschaft bürgerlichen Rechts.
Eine Untersuchung mit dem Schwerpunkt auf der Frage der Gesamthandsfähigkeit von Innengesellschaften.
Volume 405
Wechselwirkungen zwischen Irrtum und Unmöglichkeit.
Ein Beitrag zur Haftung des Schuldners bei anfänglichen Leistungshindernissen.
Volume 376
Die halbzwingenden Vorschriften des VVG.
Ihre Missachtung und ihr Verhältnis zur Kontrolle nach den §§ 305 ff. BGB n. F.
Volume 299
Haftungsbeschränkungen zugunsten und zulasten Dritter.
Zugleich ein Beitrag zur Systematik des Schadenshaftungsrechts.
Volume 293
Die bewußte Zugangsverzögerung auf den Todesfall.
Ein Beitrag zur sogenannten "postmortalen Willenserklärung".
Volume 230
Das Vermieterpfandrecht de lege lata et ferenda.
Eine kritische Revision des gesetzlichen Sicherungsmusters.
Volume 564
Die Besitzrechtsklage.
Klagegrundlage und Praktikabilität. Eine Untersuchung zum deutschen und schweizerischen Recht.
Volume 11
Schadensersatz auf Grund verdorbenen Urlaubs.
Zur dogmatischen Einordnung von § 651 f. Abs. 2 BGB.
Volume 99
Die Rechtsstellung des Verbrauchers bei Mängeln fremdfinanzierter Immobilienkapitalanlagen (“Schrottimmobilien”).
Volume 387
Unmöglichkeit und Unzumutbarkeit der Leistung.
Voraussetzungen und Rechtsfolgen nach Inkrafttreten des Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes.
Volume 309
Die Verfügungsbefugnis nach § 8 Vermögenszuordnungsgesetz und korrespondierende Ausgleichsansprüche.
Darstellung anhand des zu Wohnzwecken genutzten Vermögens nach Art. 22 Abs. 4 des Einigungsvertrages und der Privatisierung kommunaler Wohnungsbestände.
Volume 239
Das postmortale Einsichtsrecht in Krankenunterlagen.
Ein zivilrechtliches Spannungsverhältnis zwischen ärztlicher Dokumentations- und Schweigepflicht.
Volume 208
