Institutionen in der Bewässerungs-Landwirtschaft im Jemen

Die Ursachen der Wasserübernutzung im Jemen und die Zukunftsperspektiven für die Bewässerungswirtschaft

By (author) Stefan Kohler

Book cover: Institutionen in der Bewässerungs-Landwirtschaft im Jemen

Extent: 222 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Islamic & Middle Eastern Studies

Series: Jemen-Studien

Language: German

Paperback (Published)

(April 1998)

ISBN: 9783895001000

8.27 x 11.02 inches

Price: $63.00

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Die Bewässerungs-Landwirtschaft des Jemen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Durch die Wasserübernutzung sind große Probleme entstanden. Die Ursachen dafür liegen in der fehlenden Anpassung der institutionellen Rahmenbedingungen an die ökonomischen und technischen Entwicklungen im Bewässerungssektor. Der vorliegende Band zeigt auf, daß sich die traditionellen Regelungen für die Wassernutzung trotz moderner Technologie kaum verändert haben. Staatliche Institutionen konkurrieren um die Regelungen für die Wassernutzung und lähmen sich dadurch gegenseitig. Die Studie macht deutlich, daß ein Ausweg aus der Wasserkrise nur möglich ist, wenn staatliche Vorgaben an das neue Umfeld angepaßt werden und die Agrarpolitik künftig eine wassersparende Landwirtschaft begünstigt.


Das zentrale Thema der Arbeit ist die hohe Ubernutzung der Wasserressourcen im Jemen. Der Autor Stefan Kohler analysiert die Ursachen der Wasserkrise, beschreibt die Konsequenzen fur die weitere Zukunft der Bewasserungslandwirtschaft und zeigt mogliche Auswege aus der momentanen Wasserkrise auf. Ausgangspunkt ist die theoretische Diskussion um die “common property”-Ressourcen: Institutionelle Mangel fordern die Ubernutzung von Ressourcen, die sich in gemeinschaftlichem Besitz befinden, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen fur deren Nutzung trotz wirtschaftlichen und technologischen Wandels unverandert bleiben. Im Jemen hat sich die Technologie in der Bewasserungslandwirtschaft in den letzten 30 Jahren stark gewandelt. Zwar wurde der Zugang zum Wasser durch die neue Technologie wesentlich vereinfacht, doch die Regelungen uber dessen Nutzung blieben die alten. Die technischen Neuerungen fuhrten vor allem in den dichtbevolkerten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen des Hochlands zu einer stetigen Ubernutzung der Wasservorrate und einem rapiden Absinken des Grundwasserspiegels. Alle Versuche des Staates, die Ubernutzung einzuschranken, sind bislang gescheitert. Zentralistische Versuche zur Neuordnung der Wassernutzung finden bei den Bauern nur geringe Akzeptanz. Staatliche Massnahmen konnen aufgrund der dezentralen sozialen Organisationsformen und der fehlenden Durchsetzungskraft der Regierung in den landlichen Gebieten gegenwartig nicht verwirklicht werden. Zukunftig mussen politische, wirtschaftliche und technologische Massnahmen ineinandergreifen, um der weiteren Ubernutzung erfolgreich zu begegnen. Um wieder zu einem Gleichgewicht von Wassernutzung und Erneuerung des Wassers zu kommen, mussen die institutionellen Rahmenbedingungen an die sich verandernden Verhaltnisse angepasst werden. Im Idealfall sollten dabei die politischen Massnahmen auch die lokalen Machtstrukturen mit einbeziehen. Der gezielte Einsatz von Subventionen bzw. der Entzug bislang gewahrter Subventionen in der Wirtschaftspolitik wurde weitere Anreize fur eine technologische Verbesserung bieten.

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