Die Anfänge des öffentlichen Rechts, 3 – Gli inizi del diritto pubblico, 3.
Auf dem Weg zur Etablierung des öffentlichen Rechts zwischen Mittelalter und Moderne - Verso la costruzione del diritto pubblico tra medioevo e modernità.
Edited by Diego Quaglioni Edited by Gerhard Dilcher
Paperback (Out of print)
(November 2011)
ISBN: 9783428137053
6.69 x 9.45 inches
Price: $77.00
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Auf die Frage, wo die Anfänge des öffentlichen Rechts liegen, gibt es verschiedene Antworten. Eine dreiteilige Folge deutsch-italienischer Tagungen, die der Frankfurter Rechtshistoriker Gerhard Dilcher und sein Trienter Kollege Diego Quaglioni 2004, 2007 und 2009 dieser Frage gewidmet haben und deren dritter Band hier vorgelegt wird, sucht eine Antwort auf folgendem Weg: Sie verfolgt den langen Weg der Staatsbildung seit dem Hochmittelalter in der Erwartung, dass sich in der Verrechtlichung der traditionellen Herrschaftsausübung einerseits, in der Theoriebildung des kirchlich-kanonischen wie des römischen Rechts andererseits immer stärkere Verflechtungen und Wechselbezüge ergeben. Aus diesen formen sich dann Prinzipien und Regeln, welche Politik und Machtausübung bis hin zum Absolutismus in Kirche und Staat als Grundlage von Legitimität binden – ein im Einzelnen geistig wie politisch über die Jahrhunderte heftig umkämpfter Prozess. Als in besonderer Weise grundlegend erscheint dabei die Begegnung des staufischen Kaisertums unter Friedrich Barbarossa mit der entstehenden Rechtswissenschaft von Bologna. Hier werden die Grundlagen für den Souveränitätsbegriff gelegt, der dann in der Zusammenfassung von Jean Bodin den Fokus der neuzeitlichen Staatsrechtslehre bildet.
Der vorliegende dritte Band verfolgt in einer Vielzahl von Einzelthemen den Pluralismus der Problemfelder seit dem Spätmittelalter und vor allem in der Neuzeit. Nicht mehr Kaiser und Papst, sondern Kirche und Reich als komplex verfasste politische Körper bilden nun den Hintergrund für die Ausbildung kompakter Territorialstaaten, die von der Nordsee bis Sizilien exemplarisch in den Blick genommen werden. Die alten Zentralbegriffe wie dominium, iurisdictio, imperium und jetzt auch majestas behalten eine gewisse Bedeutung, werden aber nun in das Licht neuer Entwicklungen wie der Konfessionalisierung, der Säkularisierung, der modernen Naturrechtstheorie und des Aufstiegs des Völkerrechts gestellt.
Eine »Tavola rotonda« versuchte am Ende die Ergebnisse dieser vielfältigen Perspektiven zu einem vorläufigen Bild zusammenzufügen. Die Beiträge sind in den Originalsprachen Deutsch und Italienisch wiedergegeben, jeweils mit einer Zusammenfassung in der anderen Sprache.
Gerhard Dilcher
Einführung
Diego Quaglioni
Introduzione
I. I FONDAMENTI: DAL BASSO MEDIOEVO ALL'ETA MODERNA / GRUNDLAGEN: VOM SPÄTMITTELALTER ZUR NEUZEIT
1. La Chiesa / Die Kirche
Hans-Jürgen Becker
Papst, Konzil, Kardinalskollegium. Das Ringen um die oberste Gewalt in der Kirche im 15. und 16. Jahrhundert – Résumé
Giovanni Minnucci
Foro della coscienza e foro esterno nel pensiero giuridico della prima età moderna – Résumé
2. L'Impero / Das Reich
Bernd Kannowski
Die Rechtsgrundlagen von Königtum und Herrschaft in der Gegenüberstellung von »Sachsenspiegel« und »Buch'scher Glosse« – Résumé
Jürgen Miethke
Das Römisch-deutsche Reich in der Kanonistik. Die Wahrnehmung seiner Verfassung im Spätmittelalter – Résumé
3. Territori e città / Territorien und Städte
Dietmar Willoweit
Das Herrschaftsverständnis deutscher Fürsten im späten Mittelalter – Résumé
Claudia Storti
Progetti di riforma istituzionale: Milano nell'età di Luigi XII – Résumé
Eberhard Isenmann
»Plenitudo potestatis« und Delegation. Die höhere und die höchste Gewalt in Rechtsgutachten vornehmlich für deutsche Städte in Spätmittelalter und früher Neuzeit – Résumé
4. Giudizio e processo / Gericht und Prozess
Cecilia Natalini
»Periculis obviare et scandala removere«. Note sul processo medioevale tra diritto e potere – Résumé
Peter Oestmann
Gerichtsbarkeit als Ausdruck öffentlicher Gewalt; eine Skizze – Résumé
II. VERSO NUOVI ORDINAMENTI / AUF DEM WEGE ZU NEUEN ORDNUNGEN
1. Mutamenti fondamentali nella teoria e nella prassi / Wandlungen der Grundlagen in Theorie und Praxis
Pietro Costa
»Princeps imago Dei?» Il problema della sovranità nell'orizzonte della secolarizzazione – Résumé
Martin Heckel
Zum Einfluss der Konfessionalisierung auf das Ius publicum des Reichs – Résumé
Angela De Benedictis
»Contrarium ego assero«. Althusius vs. Gentili nella »Politica methodice digesta« – Résumé
Andreas Karg
Jean Tavard – der vergessene »Staatsdenker«. »Iurisdictio« und »Imperium« im juristischen Diskurs der französischen Renaissance – Résumé
Lucia Bianchin
Il diritto pubblico nel rinnovamento della tradizione dottrinale. Il »De Iurisdictione« di Scipione Gentili (1601) – Résumé
Karl Härter
Die Bedeutung der »guten Policey« und vormodernen Ordnungsgesetzgebung für die Ausformung des öffentlichen Rechts im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit – Résumé
Beatrice Pasciuta
Dal contratto al dono: la normazione parlamentare in Sicilia fra XV e XVI secolo – Résumé
2. Problemi dottrinali tra diritto pubblico e privato / Probleme zwischen öffentlichem und privatem Recht in der Rechtswissenschaft
Christian Zendri
La dottrina feudistica italiana fra tradizione medievale e modernità – Résumé
Susanne Lepsius
Ius commune in der Reichspublizistik der frühen Neuzeit – Résumé
Fulvio Mancuso
Potere pubblico e libera concorrenza. Il valore dell' »utilitas publica« nel »crimen monopolii« e nel »monopolium principis« in un »consilium« di Andrea Alciato – Résumé
Alessandro Dani
Tra »pubblico« e »privato«: i princìpi giuridici sulla gestione dei beni comuni e un »consilium« cinquecentesco di Giovanni Pietro Sordi – Résumé
Giuliano Marchetto
»Res publica« e »utilitas privatorum«: il problema della responsabilità della comunità nella letteratura consulente (secc. XV-XVI) – Résumé
III. L'AFFERMAZIONE DI UN NUOVO ORDINE DEL »IUS PUBLICUM« / DIE ETABLIERUNG DER NEUEN ORDNUNG DES »IUS PUBLICUM«
Diego Quaglioni
»Dominium«, »iurisdictio«, »imperium«. Gli elementi nonmoderni della modernità giuridica – Résumé
Bernardo Sordi
Alle origini della grande dicotomia: »Le droit public« di Jean Domat – Résumé
Heinz Mohnhaupt
Reichsgrundgesetze als Verfassung im System des Ius publicum – Résumé
Dieter Wyduckel
Kaiserliche und ständische Positionen im Ius publicum des Reiches – Résumé
Italo Birocchi
Una sensibilità nuova per il »ius inter gentes«: la riflessione di Genovesi – Résumé
Jan Schröder
Die Begründung des öffentlichen Rechts in der Naturrechtstheorie des 17. und 18. Jahrhunderts – Résumé
IV. LO SPECCHIO DEL XIX SECOLO / DER SPIEGEL DES 19. JAHRHHUNDERTS
Gerhard Dilcher
Staatsbegriff und Korporationsbildung zwischen privatem und öffentlichem Recht im Spiegel der Genossenschaftstheorie Otto von Gierkes – Résumé
Martin Heckel, Filippo Liotta, Pierangelo Schiera, Dietmar Willoweit, Diego Quaglioni und Gerhard Dilcher
Tavola rotonda / Ergebnisse im Rückblick
- Edited by Diego Quaglioni
- Edited by Gerhard Dilcher
»Insgesamt gesehen bildet dieser Band 3 eine reiche Fundgrube für Juristen, Kanonisten und Historiker; das imposante Gesamtwerk ›Die Anfänge des öffentlichen Rechts‹ wird wohl noch auf viele Jahre hinaus die entsprechende akademische Diskussion befruchten.«
Peter Stockmann, in: Archiv für Katholisches Kirchenrecht, Bd. 180, 1/2011
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