Buchmalerei in Freiburg im Breisgau
Ein Zisterzienserbrevier aus dem frühen 14. Jahrhundert. Zur Geschichte des Breviers und seiner Illumination
By (author) Judith Raeber
Hardback (Published)
(February 2004)
ISBN: 9783895003219
6.69 x 9.45 inches
Price: $152.00
In stock
Diese Studie behandelt eine reich illuminierte zisterziensische Brevierhandschrift, entstanden in Freiburg im Breisgau zu Beginn des 14. Jahrhunderts, die sich heute in der Zentralbibliothek in Luzern befindet. Die künstlerische Ausstattung der Handschrift ist von größter Bedeutung für die oberrheinische Kunstlandschaft und stammt vermutlich aus der gleichen Werkstatt wie die berühmte St. Galler Weltchronik des Rudolf von Ems.<br/>Im Mittelpunkt steht jedoch nicht die Werkmonographie, sondern das Brevier und seine Illumination allgemein. Ein Vergleich mit anderen liturgischen Büchern rundet den Band ab.
Mit dem Thema ‘Brevier’ befasste sich vor allem die theologische Forschung, wobei das Gebet im Vordergrund stand. Die “Gebetstrager” fruhen Datums – deren Ursprung, Konzept, kunstlerische Ausstattung, Handhabung – wurden bislang von der Fachwelt nicht oder nur am Rande behandelt. Es war deshalb der Autorin ein Anliegen, auf diesem interessanten Gebiet einen Forschungsbeitrag zu leisten.Vorgestellt wird eine aussergewohnliche, kurz nach 1300 im Raum Freiburg i. B. entstandene illuminierte Brevierhandschrift. Dieses so genannte Luzerner Brevier, ehemals fur ein Zisterzienserkloster eingerichtet, ist ein reprasentativer Zeuge oberrheinischer Buchmalerei jener Zeit. Der Codex besticht durch seinen hohen kunstlerischen Gehalt ebenso wie durch die zum Teil unkonventionelle Wahl der Illustrationen.Erfreulicherweise ist es gegluckt, den Auftraggeber zu eruieren, die Werkstatte zu lokalisieren sowie die spatere Uberlieferungsgeschichte relativ geschlossen zu rekonstruieren.Bei der Stilanalyse kristallisierte sich uberraschend eine enge Verwandtschaft heraus mit der beruhmten Weltchronik des Rudolf von Ems, so dass eine Werkstattidentitat der beiden Handschriften angenommen werden darf. Diese Mutmassung enthalt einige Brisanz: Die Weltchronik wurde mangels Hinweisen auf Auftraggeber bis vor kurzem aufgrund stilistischer Kriterien nach Konstanz eingeordnet, in jungster Zeit palaographischer Eigenheiten wegen nach Zurich. Buchgeschichtliche Aspekte zum Brevier allgemein werden in einem separaten Teil behandelt. Unter anderem wird auch die Frage der Herkunft aufgeworfen: Spanien – Wiege des Breviers? Ein weiteres Thema ist die Benutzung des Breviers im gemeinsamen Chorgebet. Aufgrund des vorgestellten Zisterzienserbreviers lag es nahe, sich mit den Zisterziensern zu befassen und deren Offizium zu untersuchen, um dann dem Ergebnis Allgemeingultigkeit zuzuschreiben.Im letzten Teil findet sich eine minuziose Aufarbeitung der Geschichte der Brevierillumination seit Anbeginn. Diesem langjahrigen Desiderat ist die Autorin nachgekommen, zum einen, um das Luzerner Brevier auch in diesem Kontext betrachten zu konnen, zum andern, um eine kunftige Basis zu schaffen fur weitere Studien auf diesem Gebiet.
- By (author) Judith Raeber
„Vfn hat sicher recht: Über das Stundengebet nach Text, Gesang, Ritual wurde schon viel geforscht und gearbeitet; über die materiale Basis, zunächst also die dafür notwendigen Handschriften und dann die gedruckten Bücher, aber sehr wenig. Auf dieses Defizit aufmerksam gemacht und es in einer kühn angelegten Studie zumindest versucht zu haben, dafür dankt man der Vfn. gern.“<br/><br/>In: Archiv für Liturgiewissenschaft. 52 (2010) Heft 1/2. S. 131-132.<br/><br/>------------------------------------<br/><br/>“Raeber’s book, handsomely piblished by Reichert, represents something of a curios combination of disparate elements. On the one hand, it offers, in the manner of a good monograph, a detailed examination and analysis of a virtually unknown and unpublished manuscript, a breviary of the early 14th century that the author plausibly associates with a Cictercian monastery in the vicinity of Freiburg im Breisgau. On the other hand, her book offers documentation towards a wide ranging history of illuminated breviaries, if not the full history one ideally would have liked, with more attention to matters art-historical than liturgical. (...)<br/>It is nonetheless an important contribution on which further studies of illuminated breviaries can build.”<br/><br/>In: Medium Aevum. Vol LXXVI (2007). pp. 310-312.
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