Aufständisches Erinnern stillgeborenen Lebens

Eine feministisch-kritische und theologisch-eschatologische Sicht auf den frühen Verlust in der Schwangerschaft oder bei der Geburt

By (author) Cristina Betz

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Publisher: V&R unipress

Subjects: Gender & Sexuality, Medicine

Series: TeiResias

Language: German

Hardback (Forthcoming)

(February 2027)

ISBN: 9783847120797

Price: $63.00

Was noch nicht als verlorenes Leben erkannt und anerkannt wurde, wird bei Gott namhaft erinnert


Das vorzeitige Ende einer sehr frühen Schwangerschaft wird selten öffentlich zum Thema. Für Betroffene und ihre Partner:innen kann es einen großen Schmerz bedeuten. Besonders dann, wenn ihr Verlust und ihre Trauer von ihrem Umfeld und von der Gesellschaft nicht anerkannt werden. Wenn niemand den Namen des Kindes nennt. Wenn es keinen Ort der letzten Ruhe gibt. Wenn gesagt wird: »Das war ja noch kein richtiges Kind.« Ein sehr früher Verlust ereignet sich an der Grenze von Leben und noch-nicht-Leben und zugleich an der Grenze von Leben und Tod. Wer das Verlorene benennen will, der muss sich zunächst Klarheit verschaffen über die ethisch-onto-epistemologische Praxis, wie ein früher Verlust Anerkennung findet, unter welchen Voraussetzungen für die Existenzwerdung menschlichen Lebens dies geschieht und wie eine Erkenntnis darüber hergestellt wird. Motive, wie z. B. ein »mütterliches Trauern« und das göttliche Erinnern der Namen, können als Teil dieser ethisch-onto-epistemologischen Praxis verstanden werden.

The premature end of a very early pregnancy is rarely discussed publicly. It can cause great pain for those affected and their partners. Especially when their loss and grief are not acknowledged by those around them or by society. It is also not clear from the outset what actually characterizes the loss: A healthy pregnancy? A life in the making? The biological child? The chance to be a parent? The book explores how grief and recognition are related to loss in early pregnancy and how this is shaped by the perception of pregnancy and motherhood. Anyone who wants to name what is lost must first gain clarity about the ethical-onto-epistemological practice of how an early loss is recognized, under what conditions this happens for the coming into existence of human life and how recognition of it is established. Motifs, such as “maternal mourning” and the divine remembrance of names, can be understood as part of this ethical-onto-epistemological practice.

  • By (author) Cristina Betz