Apologia poetarum
Faksimile der Schwenter-Handschrift, Ms. lat. fol. 335 der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz mit den Illustrationen Peter Vischers des Jüngeren
Textband von Fedja Anzelewsky und Franz-Josef Worstbrock
Codex Ms. lat. fol. 335, Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz is one of the most beautifully written and illustrated books from the German Humanism. The text was written in the early 16th century by Pangratz Bernhaubt from Nurnberg. The illustrations by Peter Vischer d. J. date from 1512-1514.
English description: Codex Ms. lat. fol. 335, Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz is one of the most beautifully written and illustrated books from the German Humanism. The text was written in the early 16th century by Pangratz Bernhaubt from Nurnberg. The illustrations by Peter Vischer d. J. date from 1512-1514. German description: Der Codex Ms. lat. fol. 335 der Staatsbibliothek zu Berlin ist im Ensemble seiner Texte, Kommentare und Illustrationen ein kostbares Unicum des deutschen Humanismus, zugleich von einer fur die Jahre um 1510 reprasentativen Bedeutung. Die wahrscheinlich 1502 begonnene und nach 1506 fortgesetzte Handschrift ist ein Autograph des Nurnberger Humanisten Pangratz Bernhaupt, genannt Schwenter (1481 bis 1555), der in der Literaturgeschichte als Verfasser der “Historia Herculis” bekannt ist. Die 19 Illustrationen, aquarellierte Federzeichnungen, entstanden in den Jahren 1512 bis 1514 und stammen bis auf eine von Peter Vischer d. J. (1487 bis 1528), dem Nurnberger Erzgiesser, der mit Schwenter befreundet war. Das leitende Thema des Textprogramms ist Verteidigung und Lob der Dichter, ein altes humanistisches Thema, das seit Petrarca, Boccaccio, Coluccio Salutati die Verteidigung der Sache des Humanismus selbst meint. Die wichtigsten humanistischen Stimmen der Debatte sind hier versammelt. Die Kommentare geben ein Beispiel der Aneignung wiedererweckter antiker Mythologie, die Illustrationen teilen in ihrem Hauptbestand die leitende Zielsetzung der mythographischen Kommentare und fuhren sie fort. Vischers Auffassung der mythologischen Sujets ist antikisierend. Mit dem Phanomen der Nacktheit und der landschaftlichen Amonitat stellen die mythologischen Szenen eine zeitlos-naturhafte Welt vor. Im Gestaltungsbereich der wiedergewonnenen Mythologie entwickelt Vischer eine dem Arkadischen verwandte asthetische Utopie des Ursprunglichen – als erster in der deutschen Kunst.
- Revised by Fedja Anzelewsky
- Revised by Franz Josef Worstbrock
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