Urkirche als Utopie

Die Idee der Gütergemeinschaft im späteren Mittelalter von Olivi bis Wyclif

By (author) Christian Hoffarth

Book cover: Urkirche als Utopie

Extent: 309 pages

Publisher: Franz Steiner Verlag

Subjects: Medieval Studies

Series: Hamburger Studien zu Gesellschaften und Kulturen der Vormoderne

Language: German

Paperback (Published)

(October 2016)

ISBN: 9783515115049

6.69 x 9.49 inches

Price: $95.00

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In der Apostelgeschichte beschreibt der Evangelist Lukas das Gemeinschaftsleben der ersten Christen in Jerusalem. Als Zeichen ihrer vollendeten Eintracht schildert er die Gutergemeinschaft. Die Glaubigen hatten ihre Habe verkauft und die Erlose in die Gemeinde eingebracht, sodass niemand mehr irgendetwas sein Eigen genannt habe und alle mit dem Notwendigen versorgt gewesen seien. Im institutionalisierten Christentum verstand man die urchristliche Gutergemeinschaft zunachst hauptsachlich als Muster fur das Klosterleben. Erst im spateren Mittelalter wurden vermehrt Stimmen laut, die die Gutergemeinschaft zum Leitbild fur die gesamte Christenheit erhoben und mitunter seine Verwirklichung ausserhalb der Klostermauern betrieben. Christian Hoffarth ergrundet die Ursachen dieser wirkmachtigen Neubewertung des biblischen Ideals auf Basis exegetischer Texte des Spatmittelalters. Vom franziskanischen Anspruch auf vollige Besitzlosigkeit bis zu John Wyclifs Ruf nach Enteignung des gesamten Klerus entfaltet die Studie ein breites Panorama mittelalterlicher Vorstellungen von der heilsgeschichtlichen, sozialtheoretischen, rechtlichen und politischen Bedeutung der Urkirche sowie ihres utopischen Potentials.


In der Apostelgeschichte beschreibt der Evangelist Lukas das Gemeinschaftsleben der ersten Christen in Jerusalem. Als Zeichen ihrer vollendeten Eintracht schildert er die Gutergemeinschaft. Die Glaubigen hatten ihre Habe verkauft und die Erlose in die Gemeinde eingebracht, sodass niemand mehr irgendetwas sein Eigen genannt habe und alle mit dem Notwendigen versorgt gewesen seien. Im institutionalisierten Christentum verstand man die urchristliche Gutergemeinschaft zunachst hauptsachlich als Muster fur das Klosterleben. Erst im spateren Mittelalter wurden vermehrt Stimmen laut, die die Gutergemeinschaft zum Leitbild fur die gesamte Christenheit erhoben und mitunter seine Verwirklichung ausserhalb der Klostermauern betrieben. Christian Hoffarth ergrundet die Ursachen dieser wirkmachtigen Neubewertung des biblischen Ideals auf Basis exegetischer Texte des Spatmittelalters. Vom franziskanischen Anspruch auf vollige Besitzlosigkeit bis zu John Wyclifs Ruf nach Enteignung des gesamten Klerus entfaltet die Studie ein breites Panorama mittelalterlicher Vorstellungen von der heilsgeschichtlichen, sozialtheoretischen, rechtlichen und politischen Bedeutung der Urkirche sowie ihres utopischen Potentials.

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