Die thrakische Jagerin
Romische Steindenkmaler aus Macedonia und Thracia
by Maria Deoudi
Hardback (Published)
(April 2010)
ISBN: 9783447062138
6.65 x 9.49 inches
Price: $50.00
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Die Romanisation Ostmakedoniens und Thrakiens hat vor allem im Bereich des Stadtebaus deutliche und auch nachhaltige Spuren hinterlassen. Besonders in der mittleren Kaiserzeit wurden mehrere griechische Grundungen massiv durch Baumassnahmen verandert. Dies gilt insbesonders fur Philippi in Ost-Makedonien, das von Kaiser Hadrian den Titel colonia Augusta Iulia Philippensis erhielt, wie auch fur Philippopolis, das ebenfalls im 2. Jh. n. Chr. eine romische Kolonie und zugleich das wirtschaftliche, administrative und militarische Verwaltungszentrum Westthrakiens wurde.Wahrend die Prozesse einer bewusst gesteuerten Romansierung deutlich hervortreten, ist bei alle dem weitgehend ungeklart wie sich die Prasenz und die Einflussnahme Roms auf die religiose und geistige Haltung der ansassigen Bevolkerungsgruppen auswirkten. Es stellt sich weiter die Frage wie neben den traditionell griechischen und auch lokalen Traditionen neue romische Stromungen im Kunsthandwerk aufgenommen und umgesetzt wurden und wie sich daraus eine neue Formensprache ergibt.Direkte Einblicke in diese vielschichtigen Akkulturationsprozesse erlaubt eine kleine und vor allem lokal verortete Denkmalergruppe mit der Abbildung der thrakischen Jagerin. In Philippi sieht man die Jagerin ausschliesslich auf Felsbildern, die direkt oberhalb des Theaters aus dem Gestein des Akropolishugels herausgearbeitet wurden. Gleichzeitig dazu erscheint dieses Bildmotiv in mehreren Varianten auf Steinstelen aus der Gegend um Philippopolis. Das Grundmotiv zeigt in beiden Denkmalergruppen eine durch trachtische Merkmale als Thrakerin gekennzeichnete Person, die oft in Begleitung eines Hundes einen Hirsch erlegen wird. An beiden Orten kommt die Abbildung der Jagerin in hadrianischer Zeit auf und galt bis ins fruhe 4. Jh. n. Chr. als beliebtes Motiv fur Weihtafeln. Die wenigen Dedikationsinschriften in lateinischer wie in griechischer Sprache bezeugen, dass die verehrte Gottin von verschiedenen ethnischen Gruppen angenommen wurde. Alle Monumente waren jeweils Artemis/Diana geweiht, die in diesen Gegenden traditionell mit der thrakischen Bendis gleichgesetzt wurde und man somit vor allem eine lokale Gottin religios verehrte. Die Denkmalern stehen fur verschiedene kulturelle Stromungen und sind aufgrund der spezifischen Umsetzung weithin eine sichtbare Manifestation neuer Kunsttraditionen, die auch fur neue lokal verortete Werte standen, die besonders durch die neuen Auspragungen als makedonisch-thrakische Formensprache angesehen werden kann.
Die Romanisation Ostmakedoniens und Thrakiens hat vor allem im Bereich des Stadtebaus deutliche und auch nachhaltige Spuren hinterlassen. Besonders in der mittleren Kaiserzeit wurden mehrere griechische Grundungen massiv durch Baumassnahmen verandert. Dies gilt insbesonders fur Philippi in Ost-Makedonien, das von Kaiser Hadrian den Titel colonia Augusta Iulia Philippensis erhielt, wie auch fur Philippopolis, das ebenfalls im 2. Jh. n. Chr. eine romische Kolonie und zugleich das wirtschaftliche, administrative und militarische Verwaltungszentrum Westthrakiens wurde.Wahrend die Prozesse einer bewusst gesteuerten Romansierung deutlich hervortreten, ist bei alle dem weitgehend ungeklart wie sich die Prasenz und die Einflussnahme Roms auf die religiose und geistige Haltung der ansassigen Bevolkerungsgruppen auswirkten. Es stellt sich weiter die Frage wie neben den traditionell griechischen und auch lokalen Traditionen neue romische Stromungen im Kunsthandwerk aufgenommen und umgesetzt wurden und wie sich daraus eine neue Formensprache ergibt.Direkte Einblicke in diese vielschichtigen Akkulturationsprozesse erlaubt eine kleine und vor allem lokal verortete Denkmalergruppe mit der Abbildung der thrakischen Jagerin. In Philippi sieht man die Jagerin ausschliesslich auf Felsbildern, die direkt oberhalb des Theaters aus dem Gestein des Akropolishugels herausgearbeitet wurden. Gleichzeitig dazu erscheint dieses Bildmotiv in mehreren Varianten auf Steinstelen aus der Gegend um Philippopolis. Das Grundmotiv zeigt in beiden Denkmalergruppen eine durch trachtische Merkmale als Thrakerin gekennzeichnete Person, die oft in Begleitung eines Hundes einen Hirsch erlegen wird. An beiden Orten kommt die Abbildung der Jagerin in hadrianischer Zeit auf und galt bis ins fruhe 4. Jh. n. Chr. als beliebtes Motiv fur Weihtafeln. Die wenigen Dedikationsinschriften in lateinischer wie in griechischer Sprache bezeugen, dass die verehrte Gottin von verschiedenen ethnischen Gruppen angenommen wurde. Alle Monumente waren jeweils Artemis/Diana geweiht, die in diesen Gegenden traditionell mit der thrakischen Bendis gleichgesetzt wurde und man somit vor allem eine lokale Gottin religios verehrte. Die Denkmalern stehen fur verschiedene kulturelle Stromungen und sind aufgrund der spezifischen Umsetzung weithin eine sichtbare Manifestation neuer Kunsttraditionen, die auch fur neue lokal verortete Werte standen, die besonders durch die neuen Auspragungen als makedonisch-thrakische Formensprache angesehen werden kann.
- By (author) Maria Deoudi
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