Edmund Freiherr Raitz von Frentz
Rom-Korrespondent der deutschsprachigen katholischen Presse 1924-1964
By (author) Andreas Burtscheidt
Raitz von Frentz wurde 1924 römischer Auslandskorrespondent eines neu geschaffenen Zeitungsringes der wichtigsten deutschsprachigen katholischen Presseorgane. In Rom hatte er bis zum endgültigen Untergang dieser Blätter während des Dritten Reiches eine Monopolstellung für die Italien- und Vatikanberichterstattung im katholischen Deutschland und dem angrenzenden deutschen Sprachraum. Edmund Freiherr Raitz von Frentz wirkte als Journalist zwischen 1924 und 1964 an einer Nahtstelle zwischen Deutschland, Italien und dem Vatikan während der politisch bewegtesten Epoche des 20. Jahrhunderts. Dabei beobachtete er u.a. für die größeren Tageszeitungen der Zentrumspresse in seiner effektivsten Arbeitsperiode zwischen 1924 und 1933 das italienische System Mussolinis und nahm ab 1930 den Aufstieg der nationalsozialistischen Bewegung in seinem Heimatland wahr. Deren Machtetablierung schränkte Raitz von Frentz’ Wirkungskreis allmählich bis an die Grenze der eigenen Existenzfähigkeit ein. Nach dem endgültigen Untergang seiner zuletzt noch existierenden Blätter bis 1941 stand seine berufliche Zukunft vor dem Aus, doch als Päpstlicher Geheimkämmerer gab ihm die Nähe zur römischen Kurie die Möglichkeit, in Rom zu bleiben und die für ihn gefahrvollen Monate der deutschen Besetzung zwischen 1943 und 1944 in der Sicherheit des Campo Santo Teutonico zu überstehen. Obwohl er nach 1949 unermüdlich versuchte, sich in das neu entstehende Pressespektrum der Bundesrepublik einzubringen, scheiterten diese Bemühungen an den veränderten Arbeitsbedingungen und publizistischen Erfordernissen der Nachkriegszeit. Der Journalist geriet mehr und mehr in Vergessenheit.
- By (author) Andreas Burtscheidt
Other Titles in this Series
Das Mainzer Priesterseminar 1933–1945
Priesterausbildung, Kriegserfahrung und Kriegsdeutung
Volume 147
Das katholische ’68
Die Auswirkungen der »Pillenenzyklika« Humanae vitae auf das Katholischsein in der Bundesrepublik
Volume 148
Romano Guardini und die Ambivalenz der Moderne
Liturgische Bewegung und Gesellschaftsreform in der Weimarer Republik
Volume 143
Ein fürchterlicher Verrat?
Katholischsein und die Abschaffung der staatlichen Konfessionsschulen in Rheinland-Pfalz (1963–1973)
Volume 144
Katholischer Antisozialismus
Ein Vergleich zwischen Deutschland und Italien zur Zeit Pius' X. 1903 - 1914
Volume 141
Der Diplomat und die Päpste
Die Mission des ersten deutschen Botschafters beim Heiligen Stuhl - Diego von Bergen 1920 -1943
Volume 140
Katholischer Universalismus und Vaterlandsliebe
Nationalitätenkonflikte und globale Kirche in den Grenzregionen Ostoberschlesien und Elsass-Lothringen, 1918–1939
Volume 138
Pfarreien im Wandel
Pastoralkonzepte, Laienpartizipation und Liturgiereform in Frankfurt am Main 1945–1971
Volume 142
Hitlers Reichskirchenminister
Nationalsozialistische Kirchenpolitik als strategisches Scheitern 1935–1941
Volume 150
Aufbruch in Grenzen
Akademisierung und Professionalisierung weiblicher Berufe am Beispiel der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen 1970–1989
Volume 146
