Telegonie – Fernzeugung

Macht und Magie der Imagination

By (author) Franz Karl Stanzel

Book cover: Telegonie – Fernzeugung

Extent: 293 pages

Publisher: Böhlau Verlag Wien

Subjects: Gender & Sexuality

Language: German

Hardback (Published)

(March 2008)

ISBN: 9783205776956

6.3 x 9.45 inches

Price: $57.00

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Telegonie (Fernzeugung) bezeichnet die Annahme, dass der blosse Gedanke eines der beiden Partner im Zeugungsakt an eine dritte Person formativen Einfluss auf das gezeugte Lebewesen erlangen konne. “Der Kaufmann von Venedig” oder die “Wahlverwandtschaften” sind bekannte Beispiele dieses Motives. Beginnend mit Heliodors “Athiopischen Fabeln”, ist Telegonie in den westlichen Literaturen von der Antike bis in die Gegenwart kontinuierlich nachweisbar. So erlebt das Interesse der Literaten an dem Motiv, gerade nach seiner naturwissenschaftlichen Diskreditierung im 19. Jahrhundert, eine auffallige Renaissance, etwa bei E. Zola, H. Ibsen, Th. Hardy, A. Schnitzler, J. Joyce u. a. Dazu scheinen von Weiningers “Geschlecht und Charakter” (1903) kraftige Impulse ausgegangen zu sein.Besonders aufschlussreich wird die Interpretation des Motives im Kontext der “Gender-Studies” und der diskutierten Frage nach Verantwortung der Frauen fur Missbildungen bei Neugeborenen.

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