Für Wissenschaften und Künste.
Lebensbericht eines europäischen Rechtsgelehrten. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Michael F. Feldkamp.
Edited by Michael F. Feldkamp By (author) Helmut Coing
Hardback (Published)
(February 2014)
ISBN: 9783428142538
6.18 x 9.17 inches
Price: $87.00
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Der Lebensbericht von Helmut Coing offenbart die Tätigkeiten eines der einflussreichsten Wissenschaftsmanager in der alten Bundesrepublik. Eindrucksvoll schildert Coing, wie er das »Dritte Reich« überlebte, ohne Mitglied der NSDAP zu werden. Als Rektor der Universität Frankfurt am Main, als Vorsitzender des Wissenschaftsrats und als Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, hat Coing die Geschicke der Bundesrepublik Deutschland als Wissenschaftsstandort nachhaltig beeinflusst. Politisch sind seine Forderungen nach der Schaffung eines einheitlichen Europäischen Rechts heute so aktuell wie selten zuvor.
Der Rechtshistoriker Helmut Coing war einer der einflussreichsten Wissenschaftsmanager in der alten Bundesrepublik. Schon in den ersten Tagen der Bundesrepublik Deutschland stieg Coing zum Establishment der Wissenschaftspolitik auf. Als Rektor der Universität Frankfurt am Main, als Vorsitzender des Wissenschaftsrats und als Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft ging Coing von Theodor Heuss bis Richard von Weizsäcker bei den Bundespräsidenten ein und aus. Auf ihn geht das so genannte »Honnefer Modell« zurück, das erst Jahre später vom »Bafög« abgelöst wurde. Darüber hinaus ist ihm der Fortbestand des »Harnack-Prinzips« zu verdanken, der die zukünftige Ausrichtung der Max-Planck-Institute sicherte. Die höchste Auszeichnung für sein wissenschaftliches Werk erhielt er durch die Verleihung des Pour le Mérite. Als Kanzler beeinflusste Coing maßgeblich die Geschicke des Ordens. Seine Lebenserinnerungen präsentieren bei aller persönlichen Bescheidenheit und Zurücknahme ein beispielloses Netzwerk, das weit über den Kontinent bis nach Japan und Südamerika reichte.
1. Jugend in der Weimarer Zeit
Meine Familie – Das Ratsgymnasium in Hannover – Der Freundeskreis – Die ersten politischen Eindrücke – Die ersten geistigen Interessen – Studium und Dissertation
2. Referendar und Assistent im »Dritten Reich«
Der Sieg des Nationalsozialismus – Assistent bei Professor Genzmer – Verhältnisse in der Fakultät – Erfahrungen als Referendar – Habilitation – Referendar in Celle und Assessorexamen – Allgemeine Eindrücke aus dieser Zeit
3. Militär- und Kriegszeit
Dienstjahr bei der Reichswehr – Der erste Kriegswinter und der Westfeldzug – Im Russlandfeldzug – Erlebnisse bei der kämpfenden Truppe – Im Westen 1943/1945 – Gefangenschaft
4. Persönliches Leben im In- und Ausland. Reisen
Die Stimmung nach Kriegsende – Leben in Wiesbaden 1944–1949 – Leben in Frankfurt – Private Reisen – Gastprofessuren – Reisen nach Übersee und in den Osten
5. Tätigkeit in Forschung und Lehre
Geschichte des Privatrechts im neuzeitlichen Europa – Rechtsphilosophie – Zivilrecht – Vorlesungen und Seminare – Zum Studiensystem in der Rechtswissenschaft
6. Tätigkeit in der Verwaltung und Förderung der Wissenschaft
Universität Frankfurt und Westdeutsche Rektorenkonferenz – Der Wissenschaftsrat (1958–1961) – Die Max-Planck-Gesellschaft – Stiftungen – Der Orden Pour le mérite
Nachwort des Herausgebers
Ein Lebensbericht: Keine Erinnerungen – Anmerkungen zu Coings Lebensbericht – Zur Einrichtung des Textes
Tabellarischer Lebenslauf von Helmut Coing
Verzeichnis der wiederholt zitierten Literatur und Quellenpublikationen
Personenverzeichnis
Michael F. Feldkamp, geboren 1962, hat u.a. Geschichte und katholische Theologie in Bonn und Rom studiert. Seit seiner Studienzeit hat er sich mit Wissenschafts- und Universitätsgeschichte befasst. Bekannt geworden ist Feldkamp durch seine Studien zur Entstehung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland sowie zur Geschichte des Deutschen Bundestages. Seine Forschungen zur Papstdiplomatie sind ins spanische, französische und italienische übersetzt worden.
- Edited by Michael F. Feldkamp
- By (author) Helmut Coing
»Es ist ein Bericht, der jeden Stiftungsmanager, aber eigentlich jeden wissenschaftsinteressierten Leser sprachlos macht. Man muss lange suchen, bis man auf ein Leben stößt, das es mit dem Coings an Kenntnis und Erkenntnis aufnehmen kann. Der Bericht ist nüchtern verfasst und fasziniert dennoch über weite Teile. [...] Es ist das große Verdienst des Historikers Michael F. Feldkamp, dass der Lebensbericht dieser Persönlichkeit 14 Jahre nach deren Tod erschienen ist, versehen mit einem beeindruckenden Fußnotenapparat mit Feldkamps näheren Erläuterungen zu den angeführten Personen; Stiftungsmanagern bieten sich insbesondere auf den Seiten 217 bis 234 Einblicke in das Selbstverständnis jener Stiftungen, die bereits Wissenschaft und Kultur in beeindruckendem Umfang förderten, als die Rahmenbedingungen noch eher rostig denn rosig waren.« Ulrich Brömmling, in: StiftungsManager, 45. Nachlieferung des Loseblattwerks
»Lesenswert ist Coings ›Lebensbericht‹ in jedem Fall als Anleitung für eine perfekte Wissenschaftskarriere durch Internationalisierung und Großprojekte.« Frank L. Schäfer, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung, 132/2015
»Die Edition der nachgelassenen Schrift weist zunächst den Vorzug auf, dass der Herausgeber Feldkamp es verstanden hat, die eher knapp gehaltenen Aufzeichnungen Coings mit zahlreichen Fußnoten zu unterlegen, in denen er nicht nur Unklarheiten beseitigt oder mitteilt, dass diese eben nicht beseitigt werden können (›nicht ermittelbar‹), sondern auch genealogische Bezüge zur Familie Coings und Beziehungen zum zeithistorischen Kontext herstellt. [...] Namentlich der rechtshistorisch und rechtsbiographisch Interessierte findet hier das, was er sonst mühsam ermitteln müsste und was er auch in Zeiten von wikipedia nicht leichthin dem Internet zu entnehmen vermag. [...] Dabei ist in der Kombination der Arbeit von Coing und Feldkamp ein Text von hoher Dichte entstanden, den zu lesen für jeden an Wissenschaftspolitik Interessierten, aber auch für Juristen, die sich für eine besondere Juristenpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts interessieren, lohnen wird.« Matthias Wiemers, in: Recht und Politik, 2/2016
»Doch gerade in dieser nüchternen Diktion bietet dieser, vom Herausgeber mit ausführlichen erläuternden Anmerkungen versehene Lebensbericht unerwartet präzise Einblicke in ein Forscherleben.« Friedrich Battenberg, in: Das Historisch-Politische Buch, 3/2016
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