Komplexe Lebenswelten – multidirektionale Erinnerungsdiskurse

Jugendliteratur zum Nationalsozialismus, Zweiten Weltkrieg und Holocaust im Spiegel des postmemorialen Wandels

By (author) Britta C. Jung

Book cover: Komplexe Lebenswelten – multidirektionale Erinnerungsdiskurse

Extent: 310 pages

Publisher: V&R unipress

Subjects: Literary Studies, Social Sciences 

Series: Deutschsprachige Gegenwartsliteratur und Medien

Language: German

Hardback (Published)

(October 2018)

ISBN: 9783847108665

6.34 x 9.33 inches

Price: $74.00

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Ausgehend von einer Transnationalisierung der Erinnerung hebt die Autorin die Wechselwirkungen nationalspezifischer Lesarten und Deutungsmuster mit universalisierenden Perspektiven hervor. Einerseits manifestiert sich dies in der Genese einer neuen, diskursiven Multidirektionalitat, welche die klassischen Tater- und Opfernarrative uberwindet und die Vergangenheit innerhalb einer zunehmend komplexer gedachten Lebenswirklichkeit verortet. Anderseits lasst sich auch eine zunehmende Hinwendung zum Menschen in seiner Lebenswelt beobachten, bei welcher das Augenmerk zunehmend auf alltags-, sozial- und kulturgeschichtliche Aspekte gelegt wird.


Erinnerung verandert sich – fortwahrend. Denn sowohl die personlichen Erinnerungen eines Individuums wie auch die Erinnerungen einer Gemeinschaft sind ein diskursiver Prozess der Gegenwart, bei dem aus der jeweiligen Gegenwart heraus die Vergangenheit thematisiert und rekonstruiert wird. Die vorliegende Studie untersucht zeitgenossische jugendliterarische Darstellungen des Dritten Reichs im Spiegel des postmemorialen Wandels. Die Besonderheit jugendliterarischer Darstellungen liegt zum einen in deren intendierter Leserschaft als dritte und mittlerweile schon vierte Generation im Zentrum des postmemorialen Wandels. Zudem lassen sich jugendliterarische Texte als eine kristallisierte Form (erinnerungs-)kultureller Selbstwahrnehmung und Selbstthematisierung verstehen, die in einem starken Spannungsfeld von erwachsenen und jugendlichen Erinnerungsinteressen, -inhalten und -formen steht und stetig zwischen verschiedenen generationellen Diskursen schwankt. Die Autorin legt die spezifischen Dynamiken des postmemorialen Erinnerns offen und zeigt, wie Jugendbuchautoren die Rolle des Dritten Reichs im kulturellen Gedachtnis Deutschlands mithilfe einer transnationalen Perspektive neuverhandeln. Die Analyse spezifischer postmemorialer Darstellungsstrategien erfolgt dabei anhand von vier thematischen Schwerpunkten: Verfolgung und Deportation, Deutscher Alltag und NS-Erziehung, Bombenkrieg und Flucht, sowie Generationskonflikt und Spurensuche.

Dr. Britta C. Jung studierte Komparatistik, Amerikanistik und Kunstgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universitat Mainz und der Rijksuniversiteit Groningen, Niederlande. Von 2007 bis 2011 war sie Ubbo-Emmius-Stipendiatin der Rijksuniversiteit Groningen und promovierte 2015 mit einer gemeinsam von der Rijksuniversiteit Groningen und der University of Limerick, Irland, anerkannten Dissertationsschrift. Seit 2017 ist sie als Stipendiatin des Irish Research Council am UCD Humanities Institute in Dublin tatig.

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