Juristische Semantik.
Grundfragen der juristischen Interpretationstheorie in sprachwissenschaftlicher Sicht.
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(April 1993)
ISBN: 9783428077281
6.18 x 9.17 inches
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Dass Recht wesentlich auf Sprache beruht, ist ebenso unabweisbar wie die Tatsache, dass die Juristische Tätigkeit (als Auslegung von Texten) mit semantischer Tätigkeit eng verflochten ist. Die Juristische Semantik wird einer Darstellung, Analyse und kritischen Weiterentwicklung aus dem Blickwinkel der Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie unterzogen. Klassische Positionen der juristischen Hermeneutik kommen dabei ebenso ins Spiel wie Ansätze der Methodenlehre, die sich auf moderne sprachphilosophische Modelle stützen.
Dass das Recht ohne Sprache und die Arbeit mit und an Sprache nicht gedacht werden kann, zeigt die Fülle sprachtheoretischer (und hier vor allem semantischer) Überlegungen in der juristischen Interpretationstheorie und Methodenlehre. Gesetzesauslegung und -anwendung ist so immer zugleich eine semantische Tätigkeit. Nicht alle der in juristischen Arbeiten diskutierten sprach- und bedeutungstheoretischen Annahmen entsprechen jedoch dem Stand der modernen Sprachwissenschaft. Auch folgt ihre Rezeption anscheinend den vorgegebenen Konfliktlinien juristischer Methodenschulen (“subjektive” oder “objektive” Lehre; Auslegung oder Analogie; Rechtsanwendung oder Rechtsfortbildung; Präzisionsideale der Logischen Semantik oder Freiheiten der Hermeneutik usw.). Nur selten bewirkt die Aufnahme sprachtheoretischer Annahmen eine Infragestellung liebgewordener rechtstheoretischer Grundpositionen selbst. Das Buch soll durch die aus der Sicht eines Sprachwissenschaftlers vorgenommene Bestandsaufnahme, Analyse und Kritik der juristischen Semantik und Sprachtheorie einen Überblick über die Diskussionslage geben und zugleich Auswege aus scheinbaren Dilemmata des juristischen Methodenstreits aufzeigen.
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