Die Ostraka vom Kerameikos

By (author) Stefan Brenne

Book cover: Die Ostraka vom Kerameikos

Extent: 1396 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Classical Studies, Mediterranean Archaeology

Series: Kerameikos

Language: German

Hardback (Published)

(February 2019)

ISBN: 9783954903276

9.33 x 13.19 inches

Price: $330.00

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Der Hortfund von rund 9000 Stimmscherben des Ostrakismos im Kerameikos von Athen ist eine wichtige Quelle zur frühen Attischen Demokratie und wird hier erstmals vollständig in Text, Beschreibung und Abbildung vorgelegt.<br/>Seine Geschlossenheit und die Datierung ins Jahr 471 v. Chr. geben Einblick in den Ablauf des Verfahrens, die Verbreitung von Schriftlichkeit und Schriftentwicklung, in Morphologie oder Phonetik und bilden einen neuen Fixpunkt für die Chronologie der Gebrauchskeramik. Einzelne Scherben mit Zusatzinformationen über die eigentliche Nennung des Namens hinaus beleuchten die Intention der ›Wähler‹ und die politische Diskussion dieser Zeit.


Die Stimmscherben des Ostrakismos geben Einblick in einen aussergewohnlichen Aspekt der antiken Rechtsgeschichte. Beim stark ritualisierten Scherbengericht konnten die Athener des 5. Jahrhunderts v. Chr. einmal im Jahr einen Mitburger fur zehn Jahre verbannen. Das traf so bedeutende Personlichkeiten wie Aristeides, Themistokles oder Kimon. Abgestimmt wurde mit Scherben (ostraka), die uberwiegend von den Teilnehmern an der Ostrakophorie selbst gestellt und beschriftet wurden. Bis 1966 waren 1658 solche Stimmscherben bekannt. Dann stellte ein Depotfund von rund 9000 Ostraka im Kerameikos die Forschung auf eine neue Grundlage. Sie werden hier erstmals vollstandig vorgelegt, zusammen mit den alteren, teilweise bereits publizierten Funden aus dem Kerameikos. Der Schwerpunkt liegt auf der Materialvorlage in Text, Beschreibung und Abbildung, systematische Aspekte der Auswertung werden angerissen und erschliessen den Katalog. Eine Besonderheit des Hortfundes ist seine Geschlossenheit, die sich durch zahlreiche Anpassungen und andere Verbindungen zwischen verschiedenen Stimmscherben belegen lasst. Zusammen mit der wahrscheinlichen Datierung ins Jahr 471 v. Chr. ergeben sich viele Ansatzpunkte fur eine grosse Bandbreite von Fragestellungen: zur Fuhrungsschicht, zum Ablauf des Verfahrens selbst, zur Verbreitung der Schriftlichkeit und zur Schriftentwicklung oder zu sprachlichen Phanomenen im Bereich der Morphologie oder Phonetik. Ein neuer Fixpunkt ergibt sich fur die Chronologie der Gebrauchskeramik, denn die verwendeten Scherben stammen von allen wichtigen Gefasstypen. Der bewusste Umgang mit Schrift und Schreibflache lasst Ruckschlusse auf das asthetische Empfinden in der breiten Burgerschaft zu. Einzelne Scherben enthalten Zusatzinformationen uber die eigentliche Nennung des Namens hinaus, etwa Zusatztexte oder die bewusste Auswahl der Scherbe, und beleuchten so die Intention der Wahler und die politische Diskussion dieser Zeit.

  • By (author) Stefan Brenne

„Brenne hat ein Mammutwerk vorgelegt, das der Multidimensionalität des Materials gerecht wird und mit großer Sorgfalt erstellt ist. Steile Thesen zum Ostrakismos bringt er nicht vor, er definiert als „das primäre Ziel, weiterführende Untersuchungen zu unterstützen“ (XVII), und dieses Ziel hat er in vollem Umfang erreicht. Wer sich für Sprache und Schrift im klassischen Athen interessiert, wird an dieser Publikation nicht vorbeikommen, vor allem aber werden alle künftigen Thesen zum Ostrakismos daran messen lassen müssen, ob sie die von Brenne vorgelegten Befunde zu integrieren vermögen.“<br/><br/>Von Christian Mann<br/><br/>In: <a target="_blank" href="http://www.sehepunkte.de/2019/07/druckfassung/32425.html">http://www.sehepunkte.de/2019/07/druckfassung/32425.html</a> am 25.07.2019<br/>-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br/>„Scholars have waited half a century for this publication, and it is the fruit of more than two decades of labour for Stefan Brenne himself; what we have here fulfils even the most exalted expectations. (...) Different readers will no doubt take home different messages from seeing this massive collection of ostraka together, and find different features striking. For me, Brenne’s thorough examination of the nature of the sherds used is particularly notable, revealing the way in which Athenians really did use any scrap of pottery going (some perhaps more than once, as one finds the same sherd with more than one name written on it).(...) Ostracism has always been a fascinating institution, and the ostraka have always promised to take us to the heart of democracy in action. This publication only makes ostracism more fascinating and the sense of being there as ordinary Athenians engaged in democratic politics still stronger.“<br/><br/>Von Robin Osborne<br/>In: Bonner Jahrbuch 220 (2020), S. 519-521
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