La mort du roi : réalité, littérature, représentation | Der Tod des Königs: Realität, Literatur, Repräsentation

Edited by Martin Rohde Edited by Hugo Oscar Bizzarri

Book cover: La mort du roi : réalité, littérature, représentation | Der Tod des Königs: Realität, Literatur, Repräsentation

Extent: 296 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Art & Art History, Literary Studies, Medieval Studies

Series: Scrinium Friburgense

Language: German

Hardback (Published)

(September 2021)

ISBN: 9783752005936

6.69 x 9.45 inches

Price: $133.50

Out of stock

PDF (Published)

(September 2021)

ISBN: 9783752000719

Price: $112.00

The death of the king was always one of the most significant events in the history of a rule. He gave the impetus to various symbolic representations, to produce a rich literature and extensive iconography. This volume brings together a series of papers which dealing with historical, iconographic and literary aspects of the king’s end of life: the legendary figure of Alexander the Great, the different stories about the death of Emperor Henry VII, the circumstances of the demise of French and Castilian kings or the paradigmatic cases of Boccaccio; thirteen contributions that illustrate the richness of this subject in the medieval imagination.


Der Tod des Konigs war, auch wenn er unter naturlichen Umstanden zu Stande kam, immer ein kritischer Moment in der Geschichte einer Herrschaft. Er war meist Ausgangspunkt fur einen komplizierten Prozess der Machtubergabe, der eine langandauernde politische Krise einleiten konnte. Aufgrund dieser enormen Bedeutung ist eine Vielzahl an Texten rund um den Tod der Konige entstanden. Das Thema wird in Chroniken und Trauergedichten wiedergegeben, spiegelt sich aber auch in der bildenden Kunst. Dieser Band, der aus dem gleichnamigen Kolloquium hervorgeht, das 2019 an der Universitat Freiburg i. U. stattfand und vom Mediavistischen Institut organisiert wurde, hat zum Ziel einen interdisziplinaren Blick auf diesen transzendenten Moment im Leben eines Konigreichs zu werfen. Der Band gliedert sich in 3 Teile. Der erste ist der Fiktionalisierung des Tod des Konigs gewidmet. Catherine Gaullier-Bougassas untersucht den Tod Alexanders im ,Roman d’Alexandre’ und in der Chronik ,Bouquechardiere’ des Jean de Courcy. Sie zeigt die Transformation des Alexanders in eine christologische Figur in diesen Werken auf. Faustina Doufikar-Aerts beleuchtet die Bedeutung der Alexanderlegende wahrend des Mittelalters im Orient. Gilles Lecuppre hinterfragt die Berichte uber Grablegungen in ,De casibus virorum illustrium’ von Bocaccio an Hand der franzosischen Ubersetzung von Laurent de Premierfait (1355-1360 und 1373), und weist in ihnen eine Moralisierung der Anfalligkeit von Macht nach. Der zweite Teil erortert die Art und Weise, wie der Tod des Konigs erzahlt wird. Michael Bojcov entfaltet an Hand von historischen und literarischen Quellen die Vielfalt der Methoden der Konservierung eines koniglichen Korpers nach seinem Tod, die von der Forschung vielfach unter dem vereinfachenden Begriff der Einbalsamierung zusammengefasst werden. Georges Martin beugt sich uber einen juristischen Aspekt des Ablebens des Konigs: das Recht der Nachfolge. Als Beispiel dient ihm Konig Ferdinand I. Amaia Arizaleta hinterfragt die Grunde fur die Integration der ,Epistola de morte Friderici imperatoris’ in die Handschrift BnF, lat. 5132. Sie bezeichnet diese Handschrift als textuelle Aufbauschrift des Kreuzzuges. Ariel Guiance konzentriert sich auf spanische Chroniken, um den literarischen Spuren der koniglichen Grablegungszeremonien zu folgen. Hugo O. Bizzarri widmet sich dem Studium der Poesie zu den Bestattungen der kastillischen Konige aus dem Haus Trastamara. Diese illegitime Linie in der Nachfolge von Konig Alfons XI. benotigte eine Forcierung der symbolischen Rituale, wollte eine dynastische Nekropole errichten und einen Diskurs uber ihre Legitimitat anregen, bei dem die Poesie eine fundamentale Rolle spielte. Schliesslich beugt sich Jean-Pierre Jardin uber eine spanische Chronik des 15. Jahrhunderts, die ,Cronica del despensero’. Er bemerkt, dass der Chronist dem Bericht uber den Tod eines jeden Konigs einen ubergeordneten Platz einraumt. Der dritte Teil enthalt spezifische Studien uber den Tod von einigen ausgewahlten Konigen. Anne-Marie Helvetius befasst sich mit Fragen uber den Tod und das Begrabnis des ersten Konigs der Franken, Chlodwig ( 511). Nach einem detaillierten Studium der alten Quellen stellt sich heraus, dass sich der Konig wahrend seiner letzten Jahre als ,neuer Konstantin’ sah. Hans-Joachim Schmidt untersucht den Tod des Kaisers Heinrich VII. Er analysiert die Entstehung der Legende uber den Giftmord an diesem Herrscher und verfolgt die literarische Entwicklung dieser Luge. Mirko Vagnoni reflektiert uber die politische Bedeutung des Grabs von Robert von Anjou. Er setzt einen Akzent auf die Platzierung des Grabmals in der Kirche, die ihm eine spezielle politische Bedeutung zukommen liess. Murielle Gaude-Ferragu spricht uber den Tod des Konigs Karl V. ( 1380). Sie kommt zum Schluss, dass der Bericht uber den Tod dieses Konigs eine literarische Inszenierung ist, mit der man den modellhaften Tod eine guten Christen darstellen wollte. Am Schluss kommt noch einmal Michael Bojcov auf die letzten Tage des Kaisers Friedrich III. (1415-1493) zu sprechen. Die detaillierten Berichte daruber sind trotz allem unvollstandig und widerspruchlich.

  • Edited by Martin Rohde
  • Edited by Hugo Oscar Bizzarri

„Der vorliegende dreisprachige Sammelband beruht auf einem dreitägigen Freiburger Kolloquium, das vom 9. bis<br/>zum 11. September 2019 stattfand. Er stellt sich einerseits in die Tradition der kritischen Reflektion des Königstods, hat aber andererseits auch das Ziel, Verflechtungsgeschichte, Zeremonien und literarische Diskurse in den Blick zu nehmen. Er ist in drei Abschnitte geteilt, die sich der Behandlung der literarischen Darstellung des Königstods, der Realität und dem Diskurs rund um den Königstod sowie den einzelnen Königen bzw. ihren Funeralien und ihrem Sterben widmen. In der Einleitung wird knapp in die einzelnen Artikel eingeführt. (...) Insgesamt ist der Sammelband ein wichtiges interdisziplinäres Werk, das sich in die Traditionslinie seit Hope (1914) stellt und vor allem kastilische Riten in den Blick nimmt.“<br/><br/>Von: Monja Schünemann, Technische Universität, Chemnitz<br/>In sehepunkte 22 (2022), Nr. 6 [15.06.2022], URL: <a target="_blank" href="http://www.sehepunkte.de/2022/06/36882.html">http://www.sehepunkte.de/2022/06/36882.html</a>