Sichtbare Frauen – unsichtbare Vergangenheiten

Zur Problematik von Straßen(um)benennungen im Kontext von österreichischen Wissenschaftspionierinnen

Contributions by Linda Erker Contributions by Lisa Rettl Contributions by Heidrun Zettelbauer Contributions by Lisbeth Matzer Contributions by Birgit Peter Contributions by Sarah Knoll Edited by Lisa Rettl Edited by Linda Erker

Book cover: Sichtbare Frauen – unsichtbare Vergangenheiten

Extent: 132 pages

Publisher: V&R unipress

Subjects: Cultural Studies, Gender & Sexuality

Language: German

Paperback (Published)

(August 2021)

ISBN: 9783847112853

6.1 x 9.06 inches

Price: $32.00

Out of stock

Der vielfach geausserte Ruf nach mehr Gendergerechtigkeit und mehr Sichtbarkeit von Frauen im offentlichen Raum erweist sich im Zuge der gegenwartigen Strassenumbenennungspraktiken mitunter als paradoxes Rezept gegen politisch fragwurdige Ehrungen von Personlichkeiten mit Nahe zum Nationalsozialismus: Nicht wenige Wissenschafterinnen, die als akademische Pionierinnen und Wegbereiterinnen ihres Faches heute mit Strassennamen gewurdigt werden, waren auch politisch aktive Nationalsozialistinnen. An dieser anachronistisch anmutenden Praxis offentlicher Gedachtnispolitiken setzt das vorliegende Heft an.


Straaen(um)benennungen haben seit den 2000er-Jahren Konjunktur: Politisch inakzeptabel erscheinen in den offentlichen Erinnerungsdebatten mittlerweile Personlichkeiten mit Nahe zum Nationalsozialismus. In Diskussion steht jedoch nicht nur die historisch-kulturelle Orientierungsfunktion von Straaenbenennungen, sondern auch die Frage, auf welche Weise topografische Bezeichnungen Dominanzverhaltnisse und hegemoniale Erinnerungsdiskurse abbilden. Aber der in diesem Kontext vielfach geauaerte Ruf nach mehr Gendergerechtigkeit und mehr Sichtbarkeit von Frauen im offentlichen Raum erweist sich im Zuge der gegenwartigen Umbenennungspraktiken mitunter als paradoxes Rezept gegen politisch fragwurdige Ehrungen: Nicht wenige Wissenschafterinnen, die als akademische Pionierinnen und Wegbereiterinnen ihres Faches heute mit Straaennamen gewurdigt werden, waren auch politisch aktive Nationalsozialistinnen. An dieser anachronistisch anmutenden Praxis offentlicher Gedachtnispolitiken setzt das vorliegende Heft an, indem es Perspektiven der Frauen- und Geschlechtergeschichte mit Biografie- und Wissenschaftsforschung verknupft. Vorgestellt werden drei prominente Wissenschafterinnen, nach denen in jungster Vergangenheit Straaen benannt wurden: die Historikerin Mathilde Uhlirz (1881-1966), die Theaterwissenschafterin Margret Dietrich (1920-2004) und die Botanikerin und Agrarwissenschafterin Lore Kutschera (1917-2008).

  • Contributions by Linda Erker
  • Contributions by Lisa Rettl
  • Contributions by Heidrun Zettelbauer
  • Contributions by Lisbeth Matzer
  • Contributions by Birgit Peter
  • Contributions by Sarah Knoll
  • Edited by Lisa Rettl
  • Edited by Linda Erker