Der Vampir

Ein europäischer Mythos

By (author) Thomas M. Bohn

Book cover: Der Vampir

Extent: 368 pages

Publisher: Böhlau Verlag Köln

Subjects: Slavic Studies, Twentieth- & Twenty-First- Century History

Language: German

Hardback (Published)

(March 2016)

ISBN: 9783412501808

6.38 x 9.33 inches

Price: $40.00

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Gerade in Zeiten von Krieg und Umweltkatastrophen sind Flucht, verlorene Heimaten und die Suche nach dem Eigenen in der Fremde zentrale Themen von grosser gesellschaftlicher Relevanz. Heimat kann jedoch mehr als das Land oder der Ort sein, in dem man geboren oder sesshaft ist, vielleicht: ein Gegenstand, ein Geruch, eine Erinnerung, eine Sprache. Heimat ist ein in der deutschen Sprache verorteter Begriff. Eine Ubersetzung in andere Sprachen fallt schwer, ist bisweilen unmoglich. Seit dem 19. Jahrhundert hat “Heimat” sich zu einer emotional gefassten und politisch aufgeladenen Bezeichnung entwickelt und besonders in der Zeit des Nationalsozialismus als politisch instrumentalisierte Vorstellung vom kulturell und territorial Eigenen neue Brisanz erhalten. Burcu Dogramaci begibt sich in ihrem neuen Buch auf die Suche nach der Prasenz und Bedeutung von Heimat in der Kunst seit den 1960er Jahren. In Auseinandersetzung mit Heimattheorien und literarischen Texten beleuchtet sie die vielfaltigen Bedeutungen und Deutungen von kunstlerisch wie fotografisch reflektierter Heimat. Sie ordnet auch die Kehr- und Gegenbilder von Heimat, die vielen kunstlerischen Arbeiten eingeschrieben sind, in einen grosseren kulturgeschichtlichen und zeithistorischen Zusammenhang ein. Dabei fordert die Autorin keine wehmutige Aufwertung von Heimat ein. Im Gegenteil: sie regt an, Heimat im Kontext globaler Migrationsphanomene und Entgrenzungen neu in den Blick zu nehmen.Leonid Breschnew (1906-1982) hatte grosses schauspielerisches Talent. Dieses half ihm, sich als der Staatsmann zu inszenieren, der den Terror Stalins und die Demutigungen Chruschtschows glaubhaft durch Vertrauen und Fursorge ersetzte. Seine innen- und aussenpolitische Entspannungspolitik und sein Friedenskurs scheiterten schliesslich an seiner Tablettenabhangigkeit. Diese neue Biographie folgt dem Leben und der Karriere des letzten grossen Generalsekretars der UdSSR. Lang Leonid Breschnew war von 1964 bis 1982 Vorsitzender der KPdSU und pragte fast zwei Jahrzehnte lang die Entwicklung der Sowjetunion. Anders als im Westen lange behauptet, war Breschnew kein “Hardliner” oder “Restalinisierer”, sondern hatte selbst unter Stalin gelitten und so viel Leid gesehen, dass er “Wohlstand fur alle” zur Generallinie der Partei erklarte. Das Grauen, das er im Zweiten Weltkrieg erlebt hatte, liess ihn den Ausgleich mit dem Westen suchen. Breschnew mimte den westlichen Staatsmann und wurde von seinen Partnern als einer der ihren akzeptiert. Doch als 1974 Georges Pompidou starb und Willy Brandt sowie Richard Nixon zurucktraten, sah sich Breschnew vor dem Trummerhaufen seiner Entspannungspolitik. Denn, was im Westen niemand ahnte, im Kreml gab es keinen politischen Kurswechsel. Stress und Schlaflosigkeit fuhrten Breschnew in eine Tablettensucht, die seine Friedensbemuhungen weiter ruinierte: Den Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan 1979 entschied eine Politburo-Troika ohne ihn. Ein “Mensch in seiner Zeit”: Die Osteuropahistorikerin Susanne Schattenberg legt, basierend auf zahlreichen bislang nicht zuganglichen Quellen, die erste wissenschaftliche Biographie uber Leonid Breschnew vor – zu seinem 35. Todestag im November 2017.


In nahezu allen Epochen und Kulturen hat es Geschichten von Wiedergangern gegeben, die nach dem Tode ihr Unwesen treiben, oder von unheimlichen Blutsaugern, die nachts aus ihren Grabern steigen und sich ihre Opfer unter den Lebenden suchen. Wie alle Mythen verandern sich auch Vampirgeschichten stetig und passen sich dem Zeitgeist an. So gilt seit dem Erscheinen des Dracula-Romans beispielsweise Transsilvanien, das “Land jenseits des Waldes”, irrtumlich als die Heimat der Vampire. Thomas Bohn hat sich mit den Fragen, wann und weshalb das ostliche Europa zum Refugium der Blutsauger stilisiert wurde, auf die Suche nach den Ursprungen des Vampirismus gemacht. Der Osteuropahistoriker folgt den Metamorphosen des Vampirs, indem er die Angst der kleinen Leute vor den Seuchenherden aufgeblahter Leichen von der Blutsaugermetapher der Gelehrten unterscheidet. Seine Reise in die Vergangenheit zeigt, dass das Bild des Blutsaugens im lateinischen Abendland lange vor der Entdeckung der Vampire im Donau-Balkan-Raum gepragt wurde. In diesem Sinne rehabilitiert dieses kenntnisreiche Buch den Vampir als einen europaischen Mythos.

  • By (author) Thomas M. Bohn